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So geht E-Commerce: In 3 Schritten zur erfolgreichen Zielgruppenanalyse - Für Anfänger und Einsteiger

03.02.2025 · 14 Min Lesezeit · von Irena & Ronny Kühn

„Wer ist eigentlich deine Zielgruppe?" Diese Frage stellen wir jedem neuen Kunden. Und die Antworten, die wir dabei bekommen, hören sich erschreckend oft so an:

„Na, meine Kunden halt."

„Alle, eigentlich."

„Die, die Geld haben."

Das ist keine Ausnahme. Das ist die Regel. Und genau hier beginnt das Problem - nicht weil diese Händler faul oder unfähig wären, sondern weil ihnen schlicht nie erklärt wurde, was eine Zielgruppe eigentlich ist, geschweige denn, wie und warum man sie gesondert ansprechen soll. Also positionieren sie ihren Shop irgendwie, schalten Werbung irgendwie - und wundern sich, warum „irgendwie" selten funktioniert.

Als wir mit unseren eigenen Unternehmen angefangen haben, stellten wir uns übrigens die exakt gleiche Frage: „Was wollen die alle mit einer Zielgruppenanalyse? Man verkauft Produkte und Dienstleistungen an Kunden. Wer es haben möchte, wird es finden." Kommt dir das bekannt vor?

Das Gute ist: Heute wissen wir es besser. Das Schlechte ist: Wir hätten es gerne früher gewusst. Aber darum geht's nicht - in diesem Artikel zeigen wir dir, was eine Zielgruppenanalyse wirklich ist, wofür du sie benötigst und warum sie essenziell für deine Werbemaßnahmen ist. Also: Möchtest du dein Geld sparen, deinen Umsatz erhöhen und schneller erfolgreich sein? Dann lass uns loslegen.

Was ist eine Zielgruppenanalyse?

Das erklären leider sehr viele Blogs, Workshops und Schulungen viel zu abstrakt. Unserer Meinung nach hat man nach einer typischen Erklärung noch mehr Fragen im Kopf, die man sich gar nicht zu stellen traut, weil man ja „die Basis" schon nicht verstanden hat. Doch wie heißt es so schön: Es gibt keine dummen Fragen. Nur schlechte Erklärungen.

Wir machen es einfach: Mit einer Zielgruppenanalyse erfährst du WER dein Stammkunde ist, WO sich dieser aufhält, WIE er erreicht und angesprochen werden kann und WARUM dieser Kunde deine Produkte benötigt. Also lauter Daten dazu, wie dein Lieblingskunde aussieht - statt "alle" oder "die mit Geld".

Auf gut Deutsch: Wenn du 1.000 € für Werbung ausgibst, ohne deinen Lieblingskunden zu kennen, erreichst du davon womöglich nur 1 %. Kennst du ihn sehr genau, erreichst du mit denselben 1.000 € zwischen 70 % und 95 %. Was ist also sinnvoll?

Welche Informationen beinhaltet eine Zielgruppenanalyse?

Eine typische Zielgruppenanalyse beinhaltet je nach Detailgrad eine Vielzahl an demografischen (Alter, Geschlecht, Einkommen, Wohnort), psychografischen (Lebensstil, Werte, Interessen) und verhaltensbezogenen Merkmalen (Kaufverhalten, Markenpräferenzen). Ist dir das nun klarer? Wohl kaum, oder? Das ist fast der typische Satz, der verwendet wird, wenn man erklären möchte, was eine Zielgruppenanalyse ist.

Also machen wir es einfacher und nutzen 3 Beispiele:

💎 Luxusuhrensammler

Wer? 30–60 Jahre, hohes Einkommen, Sinn für Stil und Exklusivität.

Wo? Metropolregionen, Premium-Events, spezialisierte Online-Plattformen.

Wie? Hochwertige Werbematerialien, Luxusmarken-Partnerschaften, VIP-Einladungen.

Warum? Uhr als Investition, Statussymbol, Sammelobjekt.

🌱 Umweltbewusste junge Eltern

Wer? 25–40 Jahre, Paare oder Alleinerziehende, Fokus auf Nachhaltigkeit.

Wo? Urbane Gebiete, Bio-Märkte, nachhaltiger Lebensstil.

Wie? Social Media, Blogs, umweltbewusste Influencer.

Warum? Gesunde, nachhaltige Umwelt für die Kinder.

🎮 Begeisterte Gamer

Wer? 16–30 Jahre, vorwiegend männlich, viel Freizeit mit Videospielen.

Wo? Gaming-Foren, Twitch, Streaming-Plattformen.

Wie? Gaming-Seiten-Werbung, E-Sport-Sponsoring, Gaming-Influencer.

Warum? Zentraler Teil sozialer Identität, nicht nur Hobby.

Diese Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Bedürfnisse und Konsumverhalten verschiedener Zielgruppen sein können. Drei vollkommen unterschiedliche Zielgruppen, alle geben für unterschiedliche Dinge viel, wenig oder gar kein Geld aus.

Die Frage, die du dir jetzt stellen solltest: Ist eine dieser Zielgruppen deine Lieblingszielgruppe? Oder würdest du sie ganz anders beschreiben? Und wenn ja - wie genau?

Was hat eine Zielgruppenanalyse mit meinem Unternehmen zu tun?

Ein Unternehmen ist nur so stark und erfolgreich wie sein Marketing. Es sind nicht die Business-Pläne. Es sind nicht die Produkte. Es ist nicht das Wetter. Und es ist auch nicht der Kunde. Wenn du verstehst, dass Marketing der tatsächliche Schlüssel zu deinem Erfolg ist, bist du vielen Unternehmen einen Schritt voraus.

  • Gezielte Kommunikation: Wenn du weißt, wo sich deine Kunden befinden und was sie mögen, sprichst du sie mit einfachen Mitteln an - und wirst für sie sichtbar.
  • Effiziente Budgetnutzung: Warum 1.000 € in die Luft blasen und auf einen Kunden hoffen, wenn gezielte Maßnahmen 40 oder 100 Kunden erreichen können?
  • Besseres Marketing: Wenn du weißt, wie dein Kunde angesprochen werden möchte, entwickelst du passende Werbung und Produkte - von Produktbeschreibungen bis zu neuen Produktideen.
  • Wettbewerbsvorteile: Unternehmen, die ihre Zielgruppe genau kennen, sind über 10x so erfolgreich wie Unternehmen ohne Ahnung, wer ihre Kunden eigentlich sind.
  • Bessere Angebote, größere Margen: Jeder zielgerichtete Euro ermöglicht persönlichere Angebote - und dadurch höhere Margen. Dein ROI steigt spürbar.
Ein Unternehmen ist nur so stark und erfolgreich wie sein Marketing. Es sind nicht die Business-Pläne. Es sind nicht die Produkte. Es ist nicht das Wetter. Und es ist auch nicht der Kunde.
- Ronny Kühn, Geschäftsführung SHOMUGO

Welche Zielgruppenanalyse-Methoden gibt es?

Und nun kommen wir zum eigentlichen Drama dieses Themas. Wenn man verstanden hat, wozu man eine Zielgruppenanalyse benötigt, folgt die nächste offensichtliche Frage: Wie komme ich nun zu meiner Zielgruppe? Bevor wir uns dem widmen, ein Blick auf die klassischen Methoden - das Rad muss ja nicht neu erfunden werden:

Umfragen / Interviews

Nachteil: Was fragt man? Welche Daten sind überhaupt relevant für dich?

Marktforschung beauftragen

Nachteil: Mitunter teuer und umfangreich.

Nachteil: Zeitaufwendig, ohne Marketing-Grundverständnis übersieht man Punkte oder deutet sie falsch.

Nicht besonders hilfreich, oder? Deshalb empfehlen wir gerade zu Beginn, das Ganze mit Abstand und Hausverstand zu betrachten. Dadurch lernst du erstens selbst sehr viel über deine Produkte und gewinnst zweitens eine gute Basis für weitere Schritte.

Unsere Empfehlung: Nimm dein Produkt, von dem du glaubst, dass es das beste in deinem Sortiment ist. Stell es vor dich hin (sofern möglich) oder lege ein Foto davon vor dir auf den Tisch. Nun beschreiten wir einen ganz anderen Weg.

Vom Produkt zum Kunden: Der umgekehrte Weg zur Zielgruppenanalyse

Anstatt zu versuchen, deine Zielgruppe aus einem Meer von Daten zu destillieren, versuche es einmal andersherum - beginne bei deinem Produkt und arbeite dich zurück. Dieser Ansatz ist besonders aufschlussreich, weil er dir hilft, die spezifischen Merkmale und Vorteile deines Produkts zu verstehen, die wiederum definieren, wer deine idealen Kunden sind.

Schritt 1: Produktvorteile definieren

Setze dich vor dein Produkt oder ein Bild davon und frage dich: Was sind die herausragenden Eigenschaften? Was macht es einzigartig? Ist es besonders langlebig, stylish, umweltfreundlich, kostengünstig oder technologisch innovativ? Warum soll der Kunde es kaufen? Und was versprichst du ihm damit?

Beispiel: Wiederverwendbare, isolierte Wasserflasche

Herausragende Eigenschaften: Hält Getränke 24 Std. kalt / 12 Std. heiß, hochwertiger Edelstahl, schlankes Design.

Einzigartig: Doppelwandige Vakuumisolierung, verschiedene Farben, 100 % BPA-frei.

Warum kaufen? Umweltbewusst handeln, langfristig Geld sparen, Getränke optimal temperiert genießen.

Schritt 2: Kundenbedürfnisse ableiten

Jetzt, da die Vorteile deines Produkts feststehen, identifizierst du die konkreten Bedürfnisse und Probleme, die es löst. Bei unserer Wasserflasche wären das zum Beispiel:

  • Hydration unterwegs: beim Pendeln, im Fitnessstudio, bei Outdoor-Aktivitäten
  • Umweltbewusstsein: weniger Einwegplastik
  • Kosteneffizienz: kein ständiger Kauf von Einwegflaschen mehr
  • Gesundheit & Sicherheit: BPA-frei, wichtig für gesundheitsbewusste Käufer

Daraus ergeben sich schon erste grobe Zielgruppen: aktive Lifestyle-Kunden, umweltbewusste Verbraucher, design-affine Konsumenten.

Schritt 3: Demografische und psychografische Merkmale zuordnen

Mit den definierten Produktvorteilen und abgeleiteten Bedürfnissen skizzierst du nun konkrete Merkmale:

Demografisch

20–35 Jahre, städtische Gebiete, mittleres bis oberes Einkommen.

Psychografisch

Umwelt- und gesundheitsbewusst, stilbewusst, offen für nachhaltige Marken.

Verhalten

Fitnessstudio, Wandern, Radfahren; kauft online, folgt Bewertungen auf Social Media.

Indem du diese Merkmale verstehst und integrierst, kannst du deine Werbematerialien optimal gestalten und sicherstellen, dass sie die richtigen Personen erreichen. Das führt zu einer höheren Conversion-Rate und stärkt die Bindung zwischen Kunden und Marke.

Schritt 4 (optional): Rückmeldung einholen und anpassen

Um die Validität deiner Zielgruppenanalyse zu überprüfen, hol aktiv Rückmeldungen von Kunden ein, die dein Produkt bereits gekauft haben: Was hat sie überzeugt? Nutze Online-Bewertungen und direktes Feedback, um Produkt und Marketingbotschaften laufend zu verfeinern - und entdecke dabei vielleicht sogar Nischen, die du bisher übersehen hast.

Schritt 5 (optional): Marketingstrategie entwickeln

Mit diesen Einblicken entwickelst du gezielte Kampagnen, die genau die richtigen Leute ansprechen. Werbung, Promotions und Produktplatzierung werden zielgerichteter und effektiver. Der Weg vom Produkt zum Kunden ist nicht nur effizient, sondern auch kosteneffektiv - er minimiert Streuverluste und maximiert den ROI deiner Marketinginvestitionen.

Welche Daten und Kriterien soll eine Zielgruppenanalyse beinhalten?

Grundsätzlich sollte eine Zielgruppenanalyse möglichst viele sinnvolle Daten umfassen - aber es hilft dir nichts, Tonnen an Daten zu sammeln, wenn du dadurch Zeit vergeudest und letztlich nichts Sinnvolles damit machst. Sammle nur, was für dich und dein Marketing relevant ist. Ganz egal, was andere Experten dir erzählen wollen.

  • Demografisch: Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildung, Familienstand, Beruf
  • Geografisch: Wohnort, regionale Besonderheiten (Klima, Kultur, Wirtschaft)
  • Psychografisch: Interessen, Lebensstil, Werte, Persönlichkeitsmerkmale
  • Verhaltensbezogen: Kaufhäufigkeit, Markentreue, Preisempfindlichkeit, Mediennutzung
  • Technologische Affinität: Gerätetypen, Internetnutzung
  • Kulturell: Sprache, kulturelle Sensibilitäten

Nicht immer sind alle Daten relevant - und sollten dann auch nicht erhoben werden. Verkaufst du beispielsweise Kühlschränke, wird die Analyse zur Freizeitgestaltung deiner Zielgruppe wahrscheinlich nicht zu mehr Umsatz führen, oder?

Fazit

Wir haben dir hoffentlich verständlich und einfach gezeigt, dass du eine Zielgruppenanalyse für deine Werbung eigentlich selbst durchführen und viel Geld sparen kannst. Dadurch lernst du nicht nur deine Kunden genauer kennen, sondern auch deine eigenen Produkte - was sich wiederum im Verkauf positiv auswirkt, sei es durch persönliche Gespräche oder durch Produktinformationen im Online-Shop.

Und denk an den Anfang dieses Artikels zurück: „Meine Kunden halt" ist keine Zielgruppe. Es ist eine Lücke in deiner Strategie - und die lässt sich mit den 3 Schritten von oben in wenigen Stunden schließen.

PS: Bei SHOMUGO und deinem Online-Shop unterstützen wir dich beim Finden und Klassifizieren deiner Zielgruppe und zudem mit zielgerichteter Werbung. Kontaktiere uns für mehr Informationen. Wir sind für dich da.

Dieser Artikel ist Teil unseres E-Commerce-Leitfadens - dort findest du weitere Artikel rund um Zielgruppen, Positionierung und Marketing.

Häufige Fragen zur Zielgruppenanalyse

Was ist der Unterschied zwischen Zielgruppe und Buyer Persona?
Die Zielgruppe beschreibt eine breitere Kundengruppe anhand gemeinsamer Merkmale. Eine Buyer Persona ist eine detailliertere, oft fiktive Einzelperson innerhalb dieser Zielgruppe, mit Namen, Geschichte und konkreten Bedürfnissen - für noch gezieltere Kommunikation.

Wie viele Zielgruppen sollte ein Shop haben?
Es gibt keine feste Zahl, aber weniger ist meist mehr. Ein bis drei klar definierte Hauptzielgruppen lassen sich fokussiert bearbeiten. Zu viele Zielgruppen gleichzeitig verwässern Marketingbotschaften und Ressourcen.

Muss ich für eine Zielgruppenanalyse Geld für Marktforschung ausgeben?
Nein. Mit der „Vom Produkt zum Kunden"-Methode lässt sich eine solide erste Zielgruppenanalyse kostenlos und in wenigen Stunden selbst durchführen - teure Marktforschung ist erst bei sehr komplexen oder neuen Märkten sinnvoll.

Wie oft sollte ich meine Zielgruppenanalyse aktualisieren?
Mindestens einmal jährlich, sowie immer dann, wenn sich dein Sortiment, deine Preisstrategie oder dein Markt spürbar verändert.

Aus der Praxis geschrieben

Genau solche Punkte finden wir in unseren Shop-Checks - systematisch, mit schriftlichem Bericht und Priorisierung nach Umsatzhebel. Fixpreis 690 €, Zahlung erst nach Lieferung des Berichts.

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