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Ich habe 30 Websites Grazer Unternehmen analysiert - und war ehrlich schockiert. Es liegt nicht am SEO.

31.07.2026 · 10 Min Lesezeit · von Irena & Ronny Kühn

Ich habe mir in den letzten Wochen die Zeit genommen und 30 Websites von Grazer Unternehmen in Ruhe analysiert. Kleine Einzelunternehmen, etablierte Betriebe, ein paar Händler. Kein Schnelldurchlauf, sondern jede Seite von vorne bis hinten: am Desktop, am Handy, mit Blick auf Ladezeit, Datenschutz und Auffindbarkeit.

Ich sag es ehrlich: Ich war schockiert. Und zwar nicht wegen dem, was alle erwarten würden.

Wenn heute jemand über die eigene Website klagt, heißt es reflexartig: „Ich brauch besseres SEO." Suchmaschinenoptimierung, Keywords, Google-Ranking. Das ist zur Standard-Diagnose geworden. Nur: Bei den allermeisten der 30 Seiten war SEO überhaupt nicht das Problem. Das Problem lag eine Etage tiefer - bei den Grundlagen. Und das ist eine viel unbequemere Wahrheit, weil SEO oben aufsetzt und gar nicht greifen kann, wenn darunter alles bröckelt.

Ein kurzer Gedanke vorweg, den ich durch alle Befunde durchziehe: Deine Website ist für die meisten Menschen der erste - und oft einzige - Eindruck, den sie von deinem Unternehmen bekommen. Bevor jemand anruft, vorbeikommt oder kauft, schaut er auf deine Seite. Was er dort erlebt, entscheidet, ob es überhaupt zu einem zweiten Schritt kommt.

Ich gehe jetzt fünf Befunde durch. Bei jedem erkläre ich nicht nur was ich gesehen habe, sondern vor allem warum das ein Problem ist - weil genau das in der Praxis oft fehlt. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer wissen gar nicht, dass sie gerade Kunden verlieren. Der Verlust ist unsichtbar: Es beschwert sich niemand, es klingelt nur seltener.

Befund 1: Die Website existiert gar nicht mehr

Das war der Moment, in dem ich zum ersten Mal wirklich gestutzt habe. Ich klicke auf LinkedIn, Instagram, Facebook und in Google-Unternehmensprofilen auf die angegebene Website - und lande im Nichts. Domain abgelaufen. Seite tot. Fehlermeldung. Bei mehreren Unternehmen war die verlinkte Website schlicht nicht mehr vorhanden, während das Profil munter weiter auf sie verweist.

Stell dir das kurz bildlich vor: Da steht ein Schild an der Straße, das zu deinem Geschäft weist - und am Ende des Wegs ist eine leere, verrammelte Fläche. Der beste und wichtigste Kanal, die eigene Website, liegt quasi im Mülleimer.

Warum das ein Problem ist: Jeder Interessent, der über ein Social-Profil oder Google auf die tote Website klickt, ist verloren - und zwar im schlechtesten denkbaren Moment, nämlich genau dann, wenn er Interesse zeigt. Er bekommt nicht „Website in Arbeit" zu sehen, sondern ein Signal: Dieses Unternehmen gibt es vielleicht gar nicht mehr. Vertrauen zerstört, bevor auch nur ein Wort über dein Produkt gefallen ist. Und du merkst es nicht, weil dieser Mensch nie bei dir ankommt.

Befund 2: Am Handy schlicht nicht benutzbar

Die nächste Ernüchterung kam, sobald ich das Smartphone in die Hand nahm. Viele Seiten sind nicht mobil optimiert - und das nicht in Nuancen, sondern grundlegend. Das Layout verschiebt sich, Textblöcke laufen aus dem Bildschirm, der Kontrast ist stellenweise eine Zumutung (hellgrau auf weiß), Menüpunkte lassen sich nicht antippen, Buttons reagieren nicht, Inhalte laden gar nicht erst. Dem Besucher bleibt am Ende faktisch nur eine Handlung: die Seite wieder zumachen.

Warum das ein Problem ist: Der Großteil deiner Besucher kommt heute über das Handy - je nach Branche sechs bis acht von zehn. Wenn deine Seite am Smartphone unbrauchbar ist, verlierst du also nicht eine Randgruppe, sondern die Mehrheit. Dazu kommt: Google bewertet Seiten seit Jahren „mobile first", beurteilt also zuerst die Handy-Version. Eine am Handy kaputte Seite rankt schlechter - hier hängen Nutzbarkeit und Sichtbarkeit direkt zusammen. Und Menschen sind hart im Urteil: Lädt oder funktioniert etwas nicht, wird nicht nachsichtig gewartet, sondern weggeklickt. Zur Konkurrenz, die einen Fingerwisch entfernt ist.

Befund 3: Datenschutz-GAU - Google und Instagram trotz „Ablehnen"

Dieser Punkt ist besonders heikel, weil er rechtlich brisant ist. Auf vielen Seiten werden Google Fonts, Google Maps, Instagram-Feeds und andere Drittanbieter geladen, ohne dass vorher eine Einwilligung eingeholt wird. Man klickt im Cookie-Banner brav auf „Ablehnen" - und trotzdem erscheint die Google-Maps-Karte, trotzdem lädt der Instagram-Feed. Die Einwilligung wird abgefragt, aber technisch ignoriert.

Warum das ein Problem ist: Sobald diese Dienste laden, wird die IP-Adresse des Besuchers - ein personenbezogenes Datum - an die Server der Anbieter (oft in den USA) übertragen. Genau das darf ohne aktive Einwilligung nicht passieren. Ein Cookie-Banner, das „Ablehnen" anbietet, den Wunsch dann aber missachtet, ist im Zweifel schlimmer als gar keins - weil er dokumentiert, dass die Einwilligung eingeholt werden sollte. Das ist ein klassischer Abmahngrund, und Grazer Unternehmen sind vor Abmahnvereinen und Mitbewerbern nicht geschützt. Wir haben dazu einen eigenen Bereich - rechtssichere Shops - weil es leider Alltag ist.

Befund 4: 3 Gigabyte für einen einzigen Seitenaufruf

Und dann wurde es fast absurd. Bilder werden in gigantischer Dateigröße und Originalabmessung ins Layout gequetscht - ein Foto direkt aus der Kamera, mehrere Megabyte schwer, in ein 300-Pixel-Kästchen gepresst. Man wartet, bis das Bild endlich erscheint, um dann zu sehen, wie es das Layout zerlegt.

Der Höhepunkt war eine Seite mit rund zehn Referenzvideos, direkt eingebettet, jeweils 150 bis 300 MB - völlig unkomprimiert. Das ergibt in Summe rund drei Gigabyte für einen einzigen Seitenaufruf. Andere binden YouTube-Videos ein, die dann nicht laden. So oder so: Der Besucher schaut auf eine ladende, ruckelnde, sich aufbauende Seite.

Warum das ein Problem ist: Drei Gigabyte muss der Besucher erst einmal herunterladen - am Handy, unterwegs, im Zug mit halbem Empfang, womöglich auf ein begrenztes Datenvolumen. Das schafft kaum jemand, und niemand wartet so lange. Die Absprungrate schießt mit jeder zusätzlichen Ladesekunde nach oben; die ersten paar Sekunden entscheiden. Auch hier gilt: Google misst die Ladezeit (Core Web Vitals) und straft langsame Seiten im Ranking ab. Das Bittere daran - es ist völlig unnötig. Ein richtig komprimiertes Bild sieht identisch aus und ist ein Bruchteil so groß. Videos gehören schlank ausgeliefert oder sauber eingebettet, nicht als 300-MB-Klotz.

Befund 5: Verwaiste Profile, Wix-Standardlinks und vier Adressen für eine Firma

Der letzte Befund ist der, bei dem man merkt: Hier kümmert sich niemand. Soziale Netzwerke sind auf den Websites kaum gepflegt - Links führen ins Leere oder fehlen ganz. Manche Seiten verlinken sogar noch auf die Standard-Platzhalter des Theme-Herstellers, etwa auf das Profil von Wix statt auf das eigene. Da steht dann öffentlich das Social-Media-Konto des Baukastenanbieters, weil es nie jemand ausgetauscht hat.

Der Extremfall: ein Unternehmen mit drei Domains, drei Websites und einem Google-Unternehmensprofil - also vier Web-Präsenzen für ein und dieselbe registrierte Firma, dazu drei verschiedene Adressen als angeblicher Standort. Vermutlich über die Jahre so gewachsen und nie wieder angefasst.

Warum das ein Problem ist: Suchmaschinen und Kunden brauchen ein klares, einheitliches Bild: ein Unternehmen, eine Adresse, eine Website. Fachleute nennen das NAP-Konsistenz (Name, Adresse, Telefon). Widersprechen sich diese Angaben über drei Domains und drei Adressen hinweg, weiß Google nicht, welche Version stimmt - und stuft im Zweifel alle herab. Für lokale Sichtbarkeit in Graz ist das Gift. Und ein Besucher, der auf drei unterschiedliche Adressen stößt, fragt sich zu Recht: Welche gilt jetzt? Gibt es die Firma dort überhaupt? Jeder tote Link, jeder Wix-Platzhalter erzählt dieselbe Geschichte - hier passt niemand auf.

Der eigentliche Punkt: Es ist meist hausgemacht

Und jetzt kommt der Teil, der mich am meisten beschäftigt. Dieselben Unternehmen seufzen und stöhnen unter Amazon, unter AliExpress, unter dem Mitbewerb. „Die großen Plattformen machen uns kaputt." Ich verstehe den Frust - aber wenn ich ehrlich bin: Ein großer Teil davon ist hausgemacht.

Denn kein Kunde kauft bei einem Händler, dessen Website tot ist, am Handy zerbricht, drei Gigabyte lädt und auf drei verschiedene Adressen zeigt. Amazon gewinnt nicht nur, weil es Amazon ist - sondern auch, weil die eigene digitale Visitenkarte zu oft aussieht, als hätte sie niemand fertiggestellt. Die harte Wahrheit: Nicht der Markt schließt dich aus. Die eigene Website tut es - jeden Tag, still und leise.

Das klingt hart, ich weiß. Aber ich schreibe das nicht, um mit dem Finger zu zeigen. Ich schreibe es, weil daraus die vielleicht beste Nachricht des ganzen Artikels folgt.

Die gute Nachricht: Genau das ist lösbar

Alles, was ich hier beschrieben habe, ist reparierbar. Und zwar nicht mit einem kompletten Neubau um viel Geld, sondern oft mit überschaubarem Aufwand an den richtigen Stellen. Eine tote Domain lässt sich wieder aufsetzen oder der Link korrigieren. Mobile Darstellung, Kontrast und Navigation sind Handwerk. Ein Consent-Banner, das wirklich nur nach Einwilligung lädt, ist Standard - man muss es nur richtig aufsetzen. Bilder komprimiert man, Videos liefert man schlank aus. Und aus vier zerstreuten Präsenzen macht man eine saubere, konsistente.

Das Schöne daran: Jeder einzelne dieser Punkte bringt sofort etwas - mehr erreichbare Besucher, mehr Vertrauen, bessere Sichtbarkeit. Und all das, bevor man überhaupt über SEO im engeren Sinn nachdenkt. Weil SEO erst dann greift, wenn das Fundament steht.

Und genau da kommen wir ins Spiel - nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern als jemand, der das mit dir gemeinsam angeht. Wir schauen uns deine Website ehrlich an, sagen dir klar, was funktioniert und was nicht, priorisieren nach Aufwand und Wirkung - und dann setzen wir es um. Kein Agentur-Sprech, keine Panikmache. Sondern deine digitale Visitenkarte, wieder so, dass sie für dich arbeitet statt gegen dich.

Willst du wissen, wo deine Seite steht?

Du musst mir nicht glauben, dass einer dieser fünf Punkte auf dich zutrifft - du kannst es selbst nachsehen. Wir haben kostenlose Werkzeuge gebaut, die dir in Minuten einen ersten ehrlichen Eindruck geben, ganz ohne Verkaufsgespräch:

  • Unsere kostenlosen Tools - unter anderem ein Speed-Check (findet die 3-Gigabyte-Fälle), ein SEO-Check und ein KI-Sichtbarkeits-Check.
  • Unser Shop-Check, wenn du einen vollständigen, schriftlichen Bericht mit Priorisierung möchtest - systematisch statt Bauchgefühl.

Und wenn du das Ergebnis lieber mit einem Menschen durchgehst statt mit einem Tool: Melde dich einfach. Kein Verkaufsdruck - erst reden, dann schauen wir gemeinsam, ob und was Sinn ergibt.

Aus der Praxis geschrieben

Nicht sicher, ob deine Website für dich arbeitet oder gegen dich? Wir sehen uns im Rahmen unserer Shop-Checks genau die Punkte an, die in diesem Artikel stehen - Erreichbarkeit, mobile Nutzbarkeit, Datenschutz, Ladezeit und Konsistenz. Mit schriftlichem Bericht und Priorisierung nach Aufwand und Wirkung.

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