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Online-Shop Check: Warum deine Startseite top ist – und trotzdem kein Geld reinkommt
Es gibt einen Moment, den wir in fast jedem Erstgespräch erleben. Ein Händler zeigt uns seinen Shop, klickt auf die Startseite und sagt: „Die haben wir letztes Jahr neu machen lassen, die ist schnell." Und dann fragen wir: „Und die Produktdetailseiten? Die Kategorien? Der Checkout?" Stille.
Das ist keine Kritik an den Händlern. Es ist völlig nachvollziehbar: Die Startseite ist das Aushängeschild, sie wird beim Relaunch am längsten diskutiert, und sie ist die Seite, die jeder Website-Check als Erstes prüft. Nur: Auf der Startseite verkauft fast niemand etwas.
Verkauft wird auf der Produktdetailseite. Gefunden wird über Kategorieseiten. Abgebrochen wird im Warenkorb. Und genau diese Seiten sind bei den meisten Shops technisch schlechter dran als die Startseite - oft dramatisch schlechter. Dieser Artikel zeigt dir, was auf jeder einzelnen Seitenart schiefgehen kann, warum das direkt Geld kostet, und wie du herausfindest, wo es bei dir hakt.
Inhalt dieses Artikels
- Ein Shop ist keine Website, sondern eine Kette
- Die Startseite: wichtig, aber überschätzt
- Kategorieseiten: wo das Crawl-Budget verbrennt
- Produktdetailseiten: die eigentlichen Verkäufer
- Warenkorb & Checkout: die teuerste Sekunde
- Aktions-Landingpages: die Leichen im Keller
- Was auf allen Seiten gilt
- So findest du heraus, wo es klemmt
- Priorisieren: was zuerst, was später
- Unsere ehrliche Einordnung
1. Ein Shop ist keine Website, sondern eine Kette
Der wichtigste Denkfehler beim Thema Shop-Optimierung ist die Vorstellung, eine Website sei ein einzelnes Ding, das man einmal prüft. Ein Online-Shop ist etwas anderes: Er ist eine Kette von Seiten, die ein Kunde nacheinander durchläuft - und wie jede Kette reißt er am schwächsten Glied.
Ein typischer Kaufweg sieht so aus:
| Station | Was der Kunde tut | Was hier schiefgehen kann |
|---|---|---|
| Google-Suche | sucht ein Produkt | Deine Seite taucht gar nicht auf |
| Kategorieseite | filtert und stöbert | Lädt langsam, Filter erzeugen Chaos |
| Produktdetailseite | prüft, vergleicht, entscheidet | Riesige Bilder, fehlende Daten, kein Vertrauen |
| Warenkorb | legt an und prüft Versand | Überraschende Kosten, Ladezeit |
| Checkout | bezahlt (oder eben nicht) | Zwangsregistrierung, Fehler, Abbruch |
Die Startseite kommt in dieser Kette oft gar nicht vor. Wer über Google ein Produkt sucht, landet direkt auf der Produkt- oder Kategorieseite. Wer über eine Werbeanzeige kommt, landet auf einer Landingpage. Die Startseite sehen vor allem Leute, die deinen Markennamen direkt eintippen - also Bestandskunden.
Der Kern in einem Satz: Was nützt dir die schnellste Startseite der Welt, wenn der Crawler bei deiner Produktseite aufgibt und der Kunde im Checkout abspringt? Ein Shop-Check, der nur die Startseite ansieht, ist wie ein Auto-TÜV, bei dem nur die Motorhaube poliert wird.
2. Die Startseite: wichtig, aber überschätzt
Verstehen wir uns nicht falsch: Die Startseite ist nicht unwichtig. Sie ist deine Visitenkarte, sie verteilt Autorität an die wichtigsten Unterseiten, und sie entscheidet bei Markensuchen über den ersten Eindruck. Aber sie ist selten die Seite, die Umsatz macht.
Was auf der Startseite technisch zählt:
- Interne Verlinkung - sie ist der stärkste Punkt deiner Seite. Von hier sollten Links auf deine wichtigsten Kategorien und Bestseller gehen, nicht nur auf „Über uns" und „Kontakt".
- Ladezeit - oft am besten optimiert, weil sie am meisten Aufmerksamkeit bekommt.
- Strukturierte Daten zur Organisation (Name, Logo, Kontakt) - hilft Google, dein Unternehmen als Entität zu verstehen.
- Klare Einstiegspunkte - wer hier landet, muss in maximal zwei Klicks bei einem Produkt sein.
Der häufigste Fehler auf Startseiten ist nicht technischer Natur, sondern strategischer: Sie ist vollgestopft mit Slidern, Bildern und Botschaften - und verlinkt trotzdem nicht auf die Kategorien, mit denen der Shop sein Geld verdient. Ein riesiges Hero-Bild, das drei Sekunden lädt, ist übrigens auch technisch ein Problem: Es ist meistens das Element, das die Largest Contentful Paint-Messung bestimmt, also einen der Core Web Vitals.
3. Kategorieseiten: wo das Crawl-Budget verbrennt
Hier wird es interessant - und hier liegt das größte unentdeckte Problem in vielen Shops. Kategorieseiten sind aus SEO-Sicht extrem wertvoll: Sie ranken für die generischen Suchbegriffe („Damen Winterjacken", „Bio Kaffee kaufen"), über die Menschen einsteigen, wenn sie noch kein konkretes Produkt im Kopf haben. Gleichzeitig sind sie technisch die anfälligsten Seiten im ganzen Shop.
Das Filter-Problem (Facettennavigation)
Jeder gute Shop hat Filter: Farbe, Größe, Preis, Marke. Für Kunden ist das hervorragend. Für Suchmaschinen kann es verheerend sein - nämlich dann, wenn jede Filterkombination eine eigene URL erzeugt, die auch noch crawlbar ist.
Ein Beispiel: Eine Kategorie mit 6 Farben, 5 Größen, 4 Marken und 3 Sortierungen ergibt rechnerisch 360 URL-Varianten - für eine einzige Kategorie. Bei 20 Kategorien sind das 7.200 URLs, die inhaltlich fast identisch sind. Google nennt das Index Bloat.
Google selbst hat im Jahresrückblick 2025 offengelegt, dass rund die Hälfte aller schweren Crawling-Probleme auf unkontrollierte Facettennavigation zurückgeht. Zusammen mit sogenannten Action-Parametern (etwa ?add-to-cart=) machen die beiden rund drei Viertel aller gemeldeten Fälle aus.
Die Folge: Der Googlebot verbringt seine Zeit damit, Filterkombinationen abzuklappern, statt deine neuen Produkte zu entdecken. Genau das ist der Grund, warum ein neues Produkt manchmal wochenlang nicht in der Suche auftaucht - oder auf Seite 30 landet.
Aber - und das ist uns wichtig - nicht jeder Shop hat dieses Problem. Google selbst sagt: Wer eine überschaubare Seitenzahl hat und dessen Seiten am Tag der Veröffentlichung gecrawlt werden, muss sich über Crawl-Budget keine Gedanken machen. Ein Shop mit 200 Produkten und 15 Kategorien wird vollständig gecrawlt, ob nun 300 oder 3.000 Filter-URLs existieren. Relevant wird das Thema bei größeren Katalogen, vielen Filterdimensionen oder wenn die Search Console viele URLs als „Entdeckt - aktuell nicht indexiert" ausweist.
Was auf Kategorieseiten sonst noch schiefgeht
- Paginierung ohne Struktur - Seite 2, 3, 4 einer Kategorie sind oft weder sauber verlinkt noch korrekt ausgezeichnet. Produkte auf Seite 5 werden dann quasi nie gefunden.
- Duplicate Content - dieselbe Produktliste unter mehreren URLs (mit und ohne Filter, mit Sortierung, mit Session-Parametern).
- Kein oder generischer Kategorietext - wobei hier gilt: lieber gar keiner als 800 Füllwörter. Untersuchungen zeigen, dass Kategorieseiten auf Position 1 im Schnitt nur rund 310 Wörter einzigartigen Inhalt haben. Entscheidend ist nicht die Textmenge, sondern ob die Seite die Kaufabsicht erfüllt: passendes Sortiment, nützliche Filter, verfügbare Produkte, schnelle Ladezeit.
- Bilder-Massaker - 40 Produktbilder auf einer Kategorieseite, alle in Originalgröße, keines mit Lazy Loading. Das ist der Klassiker.
4. Produktdetailseiten: die eigentlichen Verkäufer
Die Produktdetailseite ist die wichtigste Seite deines Shops. Hier fällt die Kaufentscheidung. Hier landet der Kunde aus Google, aus Preisvergleichen, aus Werbeanzeigen. Und hier finden wir in Audits regelmäßig die größten technischen Baustellen - einfach weil es so viele Produktseiten gibt, dass niemand sie einzeln prüft.
Strukturierte Daten: der unterschätzte Hebel
Ohne Product-Markup (JSON-LD mit Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen) verzichtest du auf Rich Results in Google - also auf Sternebewertungen, Preisanzeige und Verfügbarkeit direkt im Suchergebnis. Das kostet dich keine Rankings, aber massiv Klickrate. Zwei Shops auf derselben Position, einer mit Sternen und Preis, einer ohne: Rate mal, wer den Klick bekommt.
Häufige Fehler, die wir sehen: Markup vorhanden, aber mit falschen oder veralteten Preisen. Verfügbarkeit steht auf „InStock", obwohl das Produkt seit Monaten ausverkauft ist. Oder Bewertungen sind ausgezeichnet, existieren aber gar nicht - das kann zu einer manuellen Abstrafung führen.
Bilder: der größte Ladezeit-Killer im E-Commerce
Produktseiten leben von Bildern - und genau die sind meistens das Problem. Wir sehen regelmäßig Produktfotos mit 2 bis 4 MB, die dann per CSS auf 600 Pixel heruntergerechnet werden. Der Browser lädt trotzdem die volle Datei.
Was auf Produktseiten mit Bildern zu tun ist
- Modernes Format: WebP oder AVIF statt JPG/PNG spart bei gleicher Qualität typisch 25 bis 50 Prozent Dateigröße.
- Richtige Größe ausliefern: nicht das 3000-Pixel-Original für eine 600-Pixel-Anzeige.
- Lazy Loading für alles, was nicht sofort sichtbar ist - aber nicht für das Hauptbild, das sonst die Core Web Vitals verschlechtert.
- width und height angeben, damit das Layout beim Laden nicht springt (Cumulative Layout Shift).
- ALT-Texte - Pflicht für Barrierefreiheit, Bonus für die Google-Bildersuche, über die im E-Commerce mehr Traffic kommt als viele denken.
Varianten: das stille Duplicate-Content-Problem
Ein T-Shirt in 5 Farben und 6 Größen kann je nach Shop-System 30 eigene URLs erzeugen - alle mit fast identischem Text. Ohne saubere Canonical-Strategie konkurrieren deine eigenen Produktseiten gegeneinander, und Google weiß nicht, welche es ranken soll. Das Ergebnis ist oft, dass keine davon gut rankt.
Ausverkaufte Produkte
Was passiert bei dir, wenn ein Produkt nicht mehr lieferbar ist? Wird die Seite gelöscht (404)? Weitergeleitet? Bleibt sie mit „nicht verfügbar" stehen? Alle drei Varianten können richtig sein - je nachdem, ob das Produkt wiederkommt, ob es einen Nachfolger gibt und ob die Seite Rankings und Backlinks aufgebaut hat. Falsch ist nur, gar keine Strategie zu haben. Wir sehen Shops, die über Jahre hunderte 404-Fehler produziert und damit systematisch Sichtbarkeit verschenkt haben.
5. Warenkorb & Checkout: die teuerste Sekunde deines Shops
Warenkorb und Checkout werden von SEO-Tools grundsätzlich ignoriert - zu Recht, denn sie sollen gar nicht ranken (im Gegenteil: sie gehören auf noindex). Trotzdem sind sie technisch die kritischsten Seiten überhaupt, weil hier bereits kaufbereite Kunden unterwegs sind. Jeder Abbruch hier ist verlorenes Geld, das du bereits bezahlt hast - über Werbung, SEO oder Zeit.
Die Zahlen dazu sind eindeutig: Eine gemeinsame Untersuchung von Google und Deloitte kam zu dem Ergebnis, dass bereits 0,1 Sekunden schnellere Ladezeit die Conversion Rate im E-Commerce um durchschnittlich 8,4 Prozent steigert. Und Websites, die alle Core-Web-Vitals-Schwellenwerte erfüllen, verzeichnen laut Google rund 24 Prozent niedrigere Abbruchraten. Im Checkout wirkt das doppelt, weil die Kaufabsicht bereits da ist.
Was wir hier typischerweise finden:
- Überladene Checkout-Seiten - jedes Tracking-Skript, jedes Chat-Widget, jedes Bewertungs-Plugin lädt auch im Checkout mit, obwohl es dort nichts zu suchen hat.
- Zwangsregistrierung - einer der häufigsten Abbruchgründe überhaupt. Gastbestellung sollte Standard sein.
- Späte Kostenwahrheit - Versandkosten, die erst im letzten Schritt auftauchen. Rechtlich heikel und conversion-technisch fatal.
- Fehlende Trust-Signale - Zahlungsarten, Gütesiegel, Rückgaberecht müssen sichtbar sein, wenn der Kunde die Karte zückt.
- Mobile Bedienbarkeit - Formularfelder, die auf dem Handy zu klein sind, falsche Tastaturtypen bei Zahleneingaben, Buttons unterhalb der Faltung.
- Kaputte Fehlerbehandlung - wenn eine Eingabe nicht passt und der Shop nicht sagt, welche, ist der Kunde weg.
Ein Test, den du in fünf Minuten selbst machen kannst: Kauf in deinem eigenen Shop etwas. Mit dem Handy. Über Mobilfunk, nicht WLAN. Als Gast, nicht eingeloggt. Und stoppe dabei die Zeit. Die meisten Händler machen das nie - und sind erschrocken, wenn sie es tun.
6. Aktions-Landingpages: die Leichen im Keller
Für jede Rabattaktion, jeden Black Friday, jede Sommeraktion wird schnell eine Landingpage gebaut. Sie erfüllt ihren Zweck, die Aktion endet - und dann passiert: nichts. Die Seite bleibt online, oft jahrelang.
Das ist aus mehreren Gründen ein Problem. Die Seite bewirbt Preise, die nicht mehr gelten (rechtlich heikel). Sie wird weiter gecrawlt und verbraucht Budget. Sie taucht in der Suche auf und führt Kunden zu einem toten Angebot. Und wenn sie doch gelöscht wird, meist ohne Weiterleitung, entsteht ein 404-Fehler - inklusive Verlust der aufgebauten Signale.
Dazu kommt: Werbe-Landingpages sind oft die technisch schlechtesten Seiten im Shop, weil sie unter Zeitdruck entstehen. Nicht selten mit eingebetteten Riesenbildern, zusätzlichen Skripten und ohne jede Optimierung. Und genau auf diese Seiten schickst du bezahlten Traffic.
Wenn du für Klicks bezahlst und sie auf eine langsame, schlecht konvertierende Landingpage schickst, zahlst du doppelt: einmal für den Klick und einmal durch die schlechtere Qualitätsbewertung, die deine Klickpreise nach oben treibt. Teure Werbung ist oft kein Werbeproblem, sondern ein Technikproblem.
7. Was auf allen Seiten gilt
Manche Dinge betreffen jeden Seitentyp. Sie sind schnell erklärt, aber genau deshalb werden sie oft übersehen.
Eigene Meta-Angaben pro Seite
Jede Seite braucht einen eigenen Titel und eine eigene Description. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Viele Shop-Systeme erzeugen automatisch identische oder nach Schema-F gebaute Metadaten („Produktname - Shopname"). Bei 500 Produkten hat man dann 500 austauschbare Snippets. Der Titel entscheidet mit über das Ranking, die Description über die Klickrate.
HTTPS überall - wirklich überall
Fast jeder Shop hat heute HTTPS. Was viele nicht wissen: Wenn auf einer verschlüsselten Seite auch nur ein Bild oder Skript über unverschlüsseltes http:// geladen wird, entsteht sogenannter Mixed Content. Browser warnen davor oder blockieren die Ressource. Im Checkout ist das ein echtes Vertrauensproblem.
Mobile zuerst
Google bewertet primär die mobile Version deiner Seite. Wenn deine Desktop-Version brillant und die mobile mittelmäßig ist, zählt die mittelmäßige. Und da der Großteil des Shop-Traffics ohnehin mobil kommt, ist das keine SEO-Formalie, sondern Alltag deiner Kunden.
Weiterleitungen und Fehlerseiten
Alte URLs aus einem Relaunch, umbenannte Kategorien, gelöschte Produkte: Jede dieser Änderungen braucht eine Entscheidung. Sauber weitergeleitet (301) behält die aufgebauten Signale. Ins Leere laufend (404) verliert sie. Weiterleitungsketten über drei, vier Stationen bremsen zusätzlich.
robots.txt und Sitemap
Die robots.txt steuert, was Crawler dürfen - und ist gleichzeitig die Datei, mit der man den größten Schaden anrichten kann. Wir haben Shops gesehen, die nach einem Relaunch versehentlich den kompletten Shop gesperrt hatten und wochenlang unsichtbar waren. Die XML-Sitemap ist das Gegenstück: die Landkarte deiner Seiten für Suchmaschinen. Sie sollte aktuell sein und nur URLs enthalten, die auch wirklich indexiert werden sollen.
8. So findest du heraus, wo es bei dir klemmt
Die gute Nachricht: Für eine erste Einschätzung brauchst du keine teuren Werkzeuge. Du brauchst nur die Bereitschaft, über die Startseite hinauszuschauen.
Die 5-Seiten-Regel
Prüfe nicht eine Seite, sondern fünf - eine von jeder Sorte:
- Deine Startseite
- Deine wichtigste Kategorieseite (die mit dem meisten Umsatz)
- Deine meistverkaufte Produktdetailseite
- Eine aktuelle Aktions- oder Kampagnen-Landingpage
- Eine Produktseite aus einer Kategorie, die kaum läuft
Wenn sich die Ergebnisse deutlich unterscheiden, weißt du sofort, wo dein Problem liegt - und dass es kein Startseiten-Problem ist.
Google Search Console: deine wichtigste Datenquelle
Sie ist kostenlos und zeigt dir, was Google tatsächlich sieht. Achte besonders auf:
- Seiten - nicht indexiert: Wenn hier viele Produkte unter „Entdeckt - aktuell nicht indexiert" stehen, ist das ein deutliches Crawl-Signal.
- Crawling-Statistiken: Werden vor allem Filter-URLs abgerufen, während neue Produkte langsam indexiert werden? Dann brennt dein Budget.
- Core Web Vitals: Zeigt echte Nutzerdaten, keine Laborwerte - und gruppiert nach Seitentypen.
- Leistung: Welche Seiten bekommen Impressionen, aber keine Klicks? Meist ein Snippet-Problem (Titel/Description).
Der schnelle Selbsttest
Tippe in Google site:deinshop.at ein. Du siehst grob, was im Index ist. Erschrickst du über die Zahl - etwa 20.000 Ergebnisse bei 400 Produkten - hast du sehr wahrscheinlich ein Filter-URL-Problem. Erschrickst du in die andere Richtung, weil viel weniger Seiten im Index sind als du hast, ist etwas mit der Indexierbarkeit nicht in Ordnung.
Für den technischen Teil dieser Prüfung haben wir ein kostenloses Werkzeug gebaut: unseren Online-Shop Check. Er prüft 31 technische Punkte einer URL - von Titel und Description über Bildformate und Ladezeit bis zu robots.txt und strukturierten Daten. Ohne Anmeldung, ohne E-Mail-Eingabe, mit sofortigem Ergebnis. Wir halten es für selbstverständlich, dass man zuerst einen Nutzen liefert und dann fragt, ob man zusammenarbeiten will - nicht umgekehrt.
9. Priorisieren: was zuerst, was später
Wenn du jetzt eine Liste mit 30 Befunden hast, kommt die eigentliche Arbeit: entscheiden, was zuerst drankommt. Denn nicht jeder Fehler kostet gleich viel Geld. Unsere Reihenfolge aus der Praxis:
| Priorität | Was | Warum zuerst |
|---|---|---|
| Sofort | Alles, was Seiten unsichtbar macht: falsches noindex, gesperrte robots.txt, kaputte Weiterleitungen | Ohne Sichtbarkeit ist alles andere egal |
| Sofort | Checkout-Fehler und -Abbrüche | Hier verlierst du Kunden, die schon kaufen wollten |
| Hoch | Bilder auf Produkt- und Kategorieseiten (Format, Größe, Lazy Loading) | Größter Ladezeit-Hebel, meist in Stunden umsetzbar |
| Hoch | Filter-URLs und Crawl-Steuerung (bei größeren Katalogen) | Entscheidet, ob deine Produkte überhaupt gefunden werden |
| Mittel | Strukturierte Daten auf Produktseiten | Deutlich bessere Klickrate bei gleichem Ranking |
| Mittel | Individuelle Titel und Descriptions für Top-Seiten | Wirkt schnell, aber Fleißarbeit |
| Später | Alte Landingpages aufräumen, Feinschliff an Social-Tags | Wichtig für Ordnung, aber selten dringend |
Eine Warnung dazu: Verzettele dich nicht in Perfektion. Wir sehen Händler, die wochenlang an einem Core-Web-Vitals-Wert feilen, während ihr Checkout eine Zwangsregistrierung verlangt. Die 90 statt 85 Punkte bringen ein paar Prozent, die Gastbestellung bringt zweistellig.
10. Unsere ehrliche Einordnung
Wir bauen und betreuen seit Jahren Shops auf WooCommerce und Shopify, und wir haben in dieser Zeit vielleicht drei Shops gesehen, bei denen wirklich alles passte. Das ist keine Schande - ein Shop ist ein lebendes System, in dem ständig Produkte, Aktionen und Plugins dazukommen. Technische Schulden entstehen automatisch.
Was uns aber auffällt: Die meisten Händler kennen ihre Baustellen nicht, weil ihnen niemand gesagt hat, wo sie suchen sollen. Sie prüfen ihre Startseite, bekommen ein gutes Ergebnis und wundern sich dann, warum die Verkäufe stocken, warum Produkte nicht gefunden werden und warum jede Werbekampagne teurer wird als geplant.
Deshalb unsere klare Empfehlung, unabhängig davon, ob du mit uns arbeitest oder nicht: Hör auf, deinen Shop wie eine Website zu betrachten. Prüfe die Seiten, auf denen Geld verdient wird. Prüfe sie einzeln. Und prüfe sie regelmäßig, nicht einmal nach dem Relaunch.
Und noch etwas, das wir ehrlich sagen: Nicht jedes technische Problem lohnt die Behebung. Wenn dein Shop 30 Bestellungen im Monat hat, ist die Facettennavigation nicht dein Engpass - dann fehlt es an Sichtbarkeit und Sortiment, nicht an Crawl-Budget. Technik ist ein Verstärker, kein Ersatz für ein tragfähiges Angebot. Wer uns anruft und einen technischen Shop-Check bucht, obwohl das Problem woanders liegt, bekommt von uns genau das zu hören.
Häufige Fragen zum Online-Shop Check
Was ist der Unterschied zwischen einem Website-Check und einem Online-Shop Check?
Ein Website-Check prüft in der Regel eine einzelne Seite auf allgemeine Kriterien. Ein Shop-Check berücksichtigt die Besonderheiten des E-Commerce: Kategorieseiten mit Filtern, Produktdetailseiten mit strukturierten Daten und Varianten, Warenkorb und Checkout sowie Aktions-Landingpages. Diese Seitentypen haben jeweils eigene technische Anforderungen, die ein allgemeiner Website-Check nicht abbildet.
Reicht es, wenn meine Startseite technisch gut ist?
Nein. Die Startseite ist selten die Seite, auf der verkauft wird. Kunden aus der Suche landen direkt auf Produkt- oder Kategorieseiten, Kunden aus Werbung auf Landingpages. Wenn diese Seiten langsam sind oder technische Fehler haben, hilft die beste Startseite nichts.
Warum wird mein Produkt bei Google nicht gefunden?
Häufige technische Ursachen sind: Die Seite ist versehentlich auf noindex gesetzt, sie ist über die interne Verlinkung schlecht erreichbar, sie konkurriert mit fast identischen Varianten-URLs, oder das Crawl-Budget wird von Filter-URLs aufgebraucht, sodass neue Produkte spät oder gar nicht indexiert werden.
Wie stark beeinflusst die Ladezeit meine Verkäufe?
Deutlich. Eine Untersuchung von Google und Deloitte kam zu dem Ergebnis, dass 0,1 Sekunden schnellere Ladezeit die Conversion Rate im E-Commerce um durchschnittlich 8,4 Prozent steigert. Websites, die alle Core-Web-Vitals-Schwellenwerte erfüllen, verzeichnen laut Google rund 24 Prozent niedrigere Abbruchraten.
Sind Filter-URLs für jeden Shop ein Problem?
Nein. Google crawlt kleinere Shops in der Regel vollständig, unabhängig von der Zahl der Filterkombinationen. Kritisch wird es bei größeren Katalogen, vielen Filterdimensionen oder wenn die Search Console viele URLs als „Entdeckt – aktuell nicht indexiert" ausweist.
Wie oft sollte ich meinen Shop technisch prüfen?
Mindestens einmal jährlich vollständig, zusätzlich nach jedem Relaunch, Theme-Wechsel oder größeren Plugin-Update. Ein schneller Check der wichtigsten Seitentypen lohnt sich quartalsweise, weil sich durch neue Produkte, Aktionen und Erweiterungen laufend etwas ändert.
Aus der Praxis geschrieben
Du weißt jetzt, wo du suchen musst - aber nicht, was die Befunde für dein Geschäft bedeuten? Genau da setzt unser Shop-Check an: Wir prüfen alle relevanten Seitentypen deines Shops, ordnen die Ergebnisse nach Umsatzhebel ein und sagen dir ehrlich, was sich lohnt und was nicht. Schriftlicher Bericht, Fixpreis, persönlich von uns beiden.
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