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Du möchtest einen Online-Shop eröffnen? Erledige unbedingt diese 16 wichtigen Tasks
Jeden Tag besuchen Millionen Menschen das Internet, um sich nach Dingen zu erkundigen und vor allem, um Dinge zu kaufen. Warum also nicht einen eigenen Online-Shop eröffnen und eigene Produkte oder Dienstleistungen online verkaufen?
Wir zeigen dir 16 wichtige Tasks und Aufgaben, die du vor und rund um die Eröffnung deines eigenen Online-Shops erledigen solltest. Nicht nur die formalen Schritte - sondern auch die Dinge, die in den meisten Ratgebern fehlen, weil sie unbequem sind. Genau die Dinge, die wir bei zu vielen Gründern erst dann besprechen, wenn es bereits richtig wehtut.
1. Überlege dir ein Spezialgebiet oder eine Nische
Du willst einen Online-Shop eröffnen und denkst, dass deine Kunden nur darauf warten, bis du loslegst? Großer Irrtum. Es gibt da draußen unzählige Online-Shops, die du noch nie gesehen hast und die jeden Tag darauf warten, dass eine Bestellung eintrudelt. Doch genauso viele Online-Shops, die jeden Tag eröffnet werden, schließen auch jeden Tag wieder. Und meist nicht ohne Verluste.
Damit du dieses Risiko möglichst gering hältst, solltest du dich auf ein Spezialgebiet oder eine Nische spezialisieren. Lerne vor allem vor dem Eröffnen deine Zielgruppe kennen.
2. Entdecke deine Zielgruppe
Es gibt viele Unternehmerinnen und Unternehmer da draußen, die nicht mal genau wissen, wer eigentlich ihre Zielgruppe ist. Dabei steuert diese Information alle deine Aktivitäten rund um deinen Online-Shop. Stell dir folgende Fragen:
- Hat deine Zielgruppe ein bestimmtes Geschlecht? Tampons kaufen z. B. sehr selten Männer.
- Welches Alter umfasst deine Zielgruppe? Alkohol ist erst ab 18 erlaubt. Buntstifte werden primär von Kleinkindern benötigt - aber nicht nur.
- Wo wohnt deine Zielgruppe? Verkaufst du Rasenmäher, wirst du deine Zielgruppe selten als Singles mit Einzimmerwohnung in der Stadt antreffen.
- Wie viel verdient deine Zielgruppe? Gut verdienende Personen geben oft mehr aus als Personen mit Euro- oder Studentenjobs.
- Hat deine Zielgruppe eine bestimmte Arbeit oder ein Hobby?
- Wird das Produkt laufend oder nur einmalig benötigt?
Ausführlich behandeln wir das Thema in unserem Artikel zur Zielgruppenanalyse in 3 Schritten.
3. Kenne deinen Mitbewerb
Vor dem Eröffnen empfiehlt es sich, Markt und Wettbewerb kennenzulernen. Eine einfache Internetsuche nach deinem geplanten Produkt kann dir bereits sehr viele Informationen liefern. Wie stark ist die Konkurrenz vertreten? Welche Preise und Leistungen bietet sie an? Kannst du mithalten? Und die wichtigste Frage: Warum sollten Kunden ausgerechnet bei dir kaufen?
Mehr dazu in unserer 6-Schritte-Markt- und Wettbewerbsanalyse.
4. Hab einen Plan für Marketing und Kundengewinnung - mit Budget
Das hier ist der Punkt, an dem die meisten Shop-Träume kollabieren, ohne dass es jemand kommen sieht: Kein Shop ist von alleine erfolgreich. Egal wie gut dein Produkt ist. Du brauchst einen echten Plan, wie Kunden von dir erfahren - nicht die Hoffnung, dass sie es irgendwie tun.
Freunde und Bekannte sind keine Kunden. Die ersten zehn Bestellungen aus deinem eigenen Umfeld fühlen sich nach Erfolg an - sind aber kein Beweis, dass dein Geschäftsmodell funktioniert. Der echte Markttest beginnt erst bei fremden Menschen, die dich nicht aus Sympathie unterstützen.
Genauso wichtig: Jeden Tag auf Social Media posten ist kein Plan. Weder marketingmäßig noch wachstumsmäßig. Ein Posting-Rhythmus ist eine Taktik, keine Strategie - und ohne Zielgruppendenken, Budget und klaren Call-to-Action bringt er dir, wie wir in einem eigenen Artikel dazu ausführlich zeigen, in den allermeisten Fällen keinen einzigen Verkauf.
Plane von Anfang an ein echtes Werbebudget ein - nicht als optionalen Bonus, falls noch Geld übrig ist, sondern als fixen Bestandteil deiner Kalkulation. Wer kein Geld für Sichtbarkeit einplant, hat implizit entschieden, unsichtbar zu bleiben.
5. Kalkuliere richtig: Was von deinem Gewinn wirklich dir gehört
Dieser Punkt wird fast nirgends klar ausgesprochen - und er zerstört mehr junge Unternehmen als jedes Marketing-Problem. Zwei Wahrheiten, die du dir von Anfang an fix einprägen solltest:
Krankenversicherung, Pensionsvorsorge und Rücklagen für Urlaub bzw. Krankheit müssen aus deinem Gewinn bezahlt werden. Als grober Richtwert solltest du damit rechnen, dass 60–80% deines Gewinns für diese Dinge draufgehen, bevor überhaupt „dein" Geld übrig bleibt.
Wenn du sie einnimmst, verwahrst du sie nur treuhänderisch für das Finanzamt. Kalkuliere sie niemals als eigene Einnahme ein - und ärgere dich auch nicht darüber, wenn du sie abführen musst. Sie war nie deine.
Wer diese beiden Punkte nicht von Tag eins an einkalkuliert, erlebt spätestens beim ersten großen Umsatzmonat einen bösen Schock: Das Konto zeigt viel Geld - und trotzdem ist am Jahresende nichts übrig, weil Steuern, Vorsorge und Rücklagen nie eingeplant waren.
6. Informiere deinen Arbeitgeber
Wenn du nebenberuflich einen Online-Shop eröffnen willst, trifft dieser Punkt für dich zu. Es ist wichtig - und gesetzlich vorgeschrieben -, dass du deinen Arbeitgeber über dein Vorhaben informierst und sein Okay einholst. Mache dies unbedingt schriftlich. Beachte, dass dein Arbeitgeber sein Okay jederzeit zurücknehmen kann, wenn er das Gefühl hat, dass deine Leistung durch die Selbstständigkeit leidet.
Zudem kann dein Arbeitgeber deine Nebenerwerbstätigkeit verbieten, wenn sie in Konkurrenz zu seinem Geschäft steht. Ein offenes und ehrliches Gespräch ist in jedem Fall empfehlenswert.
7. Melde ein Gewerbe an
Sobald du eine Tätigkeit ausübst, die ein Einkommen erzielen soll (unabhängig davon, ob sie das auch tut), musst du ein Gewerbe anmelden. Informiere dich gründlich über Möglichkeiten, Kosten und Auflagen. In Österreich steht dir dafür jede Wirtschaftskammer-Regionalstelle, in Deutschland die Deutsche Industrie- und Handelskammer zur Verfügung.
Verlasse dich niemals auf Aussagen von Dritten in sozialen Netzwerken oder Foren zum Thema Selbstständigkeit und Gewerbefragen. Kontaktiere im Bedarfsfall die jeweiligen Kammern, Steuerberater oder Anwälte.
8. Online-Shop eröffnen? Bankkonto eröffnen!
Wir empfehlen, für alle Angelegenheiten deines Online-Business ein eigenes Bankkonto zu führen. Das trennt Einnahmen und Ausgaben von privaten Angelegenheiten und ermöglicht dir einen besseren Überblick. Informiere dich umfassend über Konditionen - ein berufliches Konto wird meist mit anderen Gebühren belastet als ein privates. Zudem gelten bei beruflichen Verträgen keine bekannten Verbraucherschutz-Mechanismen wie Konsumentenschutz oder Arbeiterkammer.
9. Sei wählerisch bei Beratern und Dienstleistern
Sobald du sichtbar wirst - Gewerbe angemeldet, erste Website online - wirst du eine Flut an Angeboten bekommen. Coaches, Agenturen, „Experten", die dir versprechen, alles sei entweder ganz einfach oder alles, was du bisher gemacht hast, sei falsch.
Vertraue nicht jedem, der dir sagt, alles sei falsch oder alles sei ganz leicht. Jeder will dir etwas verkaufen - nur wenige meinen es wirklich ernst mit deinem Erfolg. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern gesunder Selbstschutz.
Bevor du mit jemandem zusammenarbeitest: Suche gezielt nach Bewertungen - und lies vor allem die negativen genau durch, sofern es welche gibt. Noch aufschlussreicher als die Kritik selbst ist oft die Antwort des Unternehmens darauf. Wird defensiv reagiert, wird der Kunde bloßgestellt, wird gar nicht geantwortet? Oder wird sachlich, ruhig und lösungsorientiert reagiert? Das sagt mehr über eine Zusammenarbeit aus als jede Werbeaussage auf der eigenen Website.
10. Halte alles schriftlich fest
Egal ob Lieferant, Dienstleister, Agentur oder Berater: Vertraue nicht auf mündliche Zusagen. Mache alles schriftlich aus, oder halte mündlich Besprochenes im Nachgang per E-Mail fest ("Wie besprochen halten wir hiermit fest, dass...").
Das ist keine übertriebene Vorsicht. Es wird so viel versprochen - und erschreckend wenig davon eingehalten. Das betrifft leider auch Zahlungszusagen. Ohne schriftliche Dokumentation stehst du im Ernstfall mit leeren Händen da, weil du nichts in der Hand hast, worauf du dich berufen kannst.
11. Hab einen Plan für schwierige Situationen
Nicht jeder, dem du im Geschäftsleben begegnest, ist dir wohlgesonnen. So unangenehm das klingt: Manche Kunden, Lieferanten oder Geschäftspartner werden versuchen, Grenzen auszutesten, Zahlungen zu verzögern oder Zusagen zu brechen. Überlege dir jetzt schon - nicht erst im Konfliktfall - wie du reagierst, wenn Freundlichkeit allein nicht mehr weiterhilft: Ab welchem Punkt schaltest du auf schriftliche, sachliche Kommunikation um? Ab wann ziehst du rechtliche Schritte in Betracht?
Ein Plan im Kopf, bevor der Konflikt entsteht, erspart dir in der akuten Situation wertvolle Zeit und emotionale Energie - und verhindert, dass du aus Überforderung entweder zu nachgiebig oder zu impulsiv reagierst.
12. Eröffne deinen Shop
Du kannst mit verschiedenen Anbietern jederzeit und auf einfache Weise einen Online-Shop eröffnen. Das empfehlen wir dir sogar, damit du die Unterschiede der einzelnen Anbieter kennenlernst. Beachte dabei unbedingt die Rahmenbedingungen wie einmalige Kosten, laufende Kosten, Vertragslaufzeit und Provisionsgebühren. Du wirst staunen, wie viel Geld Händlerinnen und Händler bei so manchen Anbietern sprichwörtlich verschenken.
Bei SHOMUGO sind wir sehr transparent. Hol dir einen betreuten Online-Shop mit inkludierten verkaufsstarken Plugins und konzentriere dich auf dein Business. Wir stehen dir mit Rat und Tat zur Seite und helfen dir, deine Ziele zu erreichen - egal ob auf WordPress/WooCommerce, Shopify oder einem anderen System, das zu dir passt.
13. Greife auf qualitative Rechtstexte und Services zu
Selbstverständlich kannst du einen Online-Shop mit kostenlosen Datenschutztexten und selbsterstellten AGBs eröffnen. Doch die Gefahr einer Abmahnung lauert jeden Tag. Selbst Datenschutztexte aus kostenlosen Generatoren können abgemahnt werden, wenn sie gewisse Richtlinien nicht erfüllen.
Aus diesem Grund empfehlen wir allen unseren Händlerinnen und Händlern den Service unseres Partners IT-Recht Kanzlei München*. Hier bekommst du kompetente Hilfe in allen Belangen rund um deinen Online-Shop und dessen Rechtstexte.
Nochmals unser persönlicher Tipp: Finger weg von kostenlosen Generatoren für deinen beruflichen Auftritt. Egal ob für AGBs, Datenschutztexte oder andere rechtlich relevante Informationen.
14. Hole dir eine Verpackungslizenz
Wenn du deine Produkte selbst verpackst und Verpackungen in Verkehr bringst, bist du (mittlerweile fast in jedem EU-Land) verpflichtet, eine Verpackungslizenz zu erwerben. Diese muss für jedes Land gesondert beantragt werden, wenn du dorthin Produkte versendest.
Für Verpackungslizenzen empfehlen wir Activate by Reclay: für Österreich und für Deutschland.
15. Verwende professionelle Produktfotos
Kennst du diese Produktseiten mit genau dem Produkt, das du suchst, aber das Foto ist viel zu klein oder von schlechter Qualität? Du bist verärgert und verlässt den Shop, oder?
Warum also einen Online-Shop eröffnen und dann keinen Wert auf die Produktfotos legen? Das wäre so, als würde ein Autohändler lauter verstaubte, dreckige Gebrauchtwagen verkaufen. Welcher Kunde würde da zugreifen?
Baue also auf professionelle Produktfotos. Und ja, das geht heutzutage sogar mit dem Handy. Schau auf YouTube vorbei, um zu lernen, wie man mit dem Handy professionelle Produktfotos macht - oder lass dir bei uns professionelle Produktfotos erstellen, wenn du gleich den nächsten Schritt gehen willst.
16. Verwende professionelle und informative Produkttexte
Wenn die Produktfotos stimmen, wechseln mehr als 95% der Besucher zum Produkttext. Bestenfalls sollten sogar Produktvorteile verankert sein, die den Wert des Artikels unterstreichen. Je besser diese Texte formuliert sind, desto eher verkaufen sich deine Produkte. Achte auf folgende Punkte:
- Verwende einen aussagekräftigen Produkttitel mit den wesentlichen Informationen
- Beschreibe den Artikel so, als würdest du ihn deinem besten Freund verkaufen, der keine Ahnung hat, was du eigentlich anbietest
- Verankere mindestens 3 bis 5 Vorteile, warum man dieses Produkt kaufen sollte
- Verankere auch Vorteile, warum man es ausgerechnet bei dir kaufen sollte
Fazit
Mit diesen 16 Tasks kannst du deinen Online-Shop auf einer soliden Basis eröffnen - technisch, rechtlich, finanziell und mental. Wenn du dich überfordert fühlst: Arbeite einfach jeden Schritt nacheinander ab. Die meisten davon musst du übrigens nur einmal erledigen.
Und denk an die Punkte, die am leichtesten übersehen werden, weil sie unbequem sind: Kein Shop verkauft von allein. Nicht jede Beratung meint es gut mit dir. Und die Mehrwertsteuer war nie dein Geld. Wer diese drei Wahrheiten von Tag eins an akzeptiert, erspart sich die teuersten Lektionen der Selbstständigkeit.
Gerne stehen wir dir mit Rat und Tat zur Seite, wenn du deinen Online-Shop eröffnen möchtest. Wir freuen uns auf deinen Kontakt.
Häufige Fragen zur Online-Shop-Eröffnung
Wie viel Marketingbudget sollte ich für die Eröffnung meines Shops einplanen?
Es gibt keine feste Regel, aber Werbebudget sollte von Anfang an fixer Bestandteil deiner Kalkulation sein, nicht ein optionaler Posten, der nur bei Restbudget übrig bleibt - realistisch mehrere hundert Euro monatlich, abhängig von Branche und Zielen.
Wie viel meines Gewinns bleibt mir als Selbstständigem tatsächlich?
Als grober Richtwert solltest du davon ausgehen, dass 60–80% deines Gewinns für Krankenversicherung, Pensionsvorsorge und Rücklagen draufgehen, bevor Geld für dich persönlich übrig bleibt. Die genaue Höhe hängt von Land, Rechtsform und individueller Situation ab.
Gehört mir die Mehrwertsteuer, die ich einnehme?
Nein. Die Mehrwertsteuer wird treuhänderisch für das Finanzamt eingenommen und muss vollständig abgeführt werden. Sie sollte niemals in die eigene Kalkulation als Einnahme einfließen.
Reicht es, wenn Freunde und Familie am Anfang bei mir kaufen?
Nein. Käufe aus dem eigenen Umfeld sind kein verlässlicher Beweis für ein funktionierendes Geschäftsmodell. Der eigentliche Markttest beginnt erst bei fremden Kunden, die ohne persönliche Bindung kaufen.
Woran erkenne ich einen unseriösen Berater oder Dienstleister?
Warnsignale sind Versprechen, dass alles ganz einfach sei, oder dass bisher alles falsch gemacht wurde. Ein guter Realitätscheck: negative Bewertungen lesen und vor allem prüfen, wie das Unternehmen darauf reagiert hat.
Aus der Praxis geschrieben
Genau solche Punkte finden wir in unseren Shop-Checks - systematisch, mit schriftlichem Bericht und Priorisierung nach Umsatzhebel. Fixpreis 690 €, Zahlung erst nach Lieferung des Berichts.
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