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7 Gründe, warum Rechtstexte deinen Online-Shop nicht vor Abmahnungen schützen
Kennst du diesen Hinweis: „Baue ein paar Rechtstexte in deinen Online-Shop ein, damit du vor Abmahnungen geschützt bist"? Oder: „Gute Rechtstexte sollten etwas kosten, damit du keine Abmahnungen bekommst"? Diese Sätze haben wir oft von so manchem Berater und mancher Agentur gehört. Doch der Satz ist ein großer Irrtum. Nicht die Rechtstexte und deren Kosten schützen Händler vor Abmahnungen, sondern die Einhaltung der jeweiligen Richtlinien und Gesetze. Doch wenn das so einfach wäre…
3 gefährliche Trugschlüsse, bevor wir überhaupt zu den 7 Gründen kommen
Bevor wir uns die konkreten Fallstricke ansehen, müssen wir mit drei Denkweisen aufräumen, die wir bei Händlern immer wieder hören - und die genau der Grund sind, warum das Thema so oft auf die lange Bank geschoben wird.
„Mich erwischt es schon nicht."
Abmahnungen sind kein Lotteriespiel für die ganz Unglücklichen. Sie werden oft automatisiert und systematisch nach bestimmten Mustern gesucht - fehlende Grundpreise, kopierte Bilder, falsche Datenschutzerklärungen lassen sich mit Software in Minuten aufspüren. Kleine Shops sind dabei kein Freibrief, sondern oft sogar ein leichteres Ziel.
„Meine Rechtsschutzversicherung zahlt das schon."
Rechtsschutzversicherungen helfen bei berechtigten Abmahnungen in aller Regel nicht - schließlich hast du selbst einen Rechtsverstoß begangen, gegen den sich nicht "verteidigen" lässt. Manche Policen schließen Wettbewerbsrecht sogar explizit aus. Prüfe deine Police genau, statt dich blind darauf zu verlassen.
„Nur Behörden können abmahnen."
Falsch - abmahnen darf nahezu jeder: direkte Mitbewerber, Wettbewerbsverbände, Verbraucherschutzorganisationen und in vielen Fällen auch einzelne Kunden. Behörden sind bei dieser Art von Abmahnungen oft gar nicht involviert - der Wettbewerb regelt das über das Zivilrecht selbst.
Alle drei Trugschlüsse haben eines gemeinsam: Sie erzeugen ein falsches Sicherheitsgefühl. Und genau dieses falsche Sicherheitsgefühl ist gefährlicher als die Abmahnung selbst - weil es dazu führt, dass niemand rechtzeitig handelt.
Wozu überhaupt Rechtstexte im Online-Shop?
Wenn man im Supermarkt einkaufen geht, wird man selten bis nie mit Rechtstexten konfrontiert. Komisch, oder? Dort traut man dem mündigen Bürger eigentlich zu, dass er genau weiß, welches Produkt er kauft, worauf er vor der Kassa achten muss, und dass die Zahlung an der Kassa zum Kauf führt. Im E-Commerce sieht die Sache nicht nur anders aus, sondern ist das komplette Gegenteil.
Online muss der Kunde jederzeit über bestimmte Parameter informiert werden (Stichwort Grundpreis und Widerrufsrecht), er muss alle Informationen fast jederzeit einsehen können (Nährwerttabelle, Allergie-Hinweise, Versandkosten) und der Kauf-Aspekt muss klar und unmissverständlich sein (Stichwort Button-Benennung). Klingt merkwürdig, ist aber so.
Zudem muss jeder Anbieter im Internet seine Kontaktdaten veröffentlichen (Impressum), Hinweise zu gesammelten und verarbeiteten Daten offenlegen (Datenschutzerklärung), seine AGB zugänglich machen und alle Kosten und Lieferzeiten möglichst transparent darstellen. Auf Deutsch: Die besten Rechtstexte helfen dir nicht, wenn diese samt ihren Auflagen nicht eingehalten werden.
Wo gibt es Rechtstexte für den eigenen Online-Shop?
Zuerst das Wichtigste: Kopiere niemals Rechtstexte von anderen Websites. Das kann dir nicht nur eine Abmahnung bescheren, sondern zudem all deine Rechtstexte unwirksam machen, wenn diese beispielsweise falsch sind oder gar nicht zu deinem Unternehmen passen.
Als Partner der IT-Recht Kanzlei München empfehlen wir primär diese Kanzlei für unsere Kunden. Auch außerhalb der E-Commerce-Szene empfehlen wir immer die Rechtstexte der IT-Recht Kanzlei München*, da diese individuell und flexibel angepasst werden können. Zudem steht dir jederzeit Beratung und Support zur Verfügung - das ist viel Geld wert, wenn du einmal eine Abmahnung oder ein Anwaltsschreiben erhalten hast.
Abmahnung trotz Rechtstexte - die Top 7 Gründe
Grund #1: Du verwendest unlizenzierte Bilder
Ein Klassiker. Wenn du in deinem Shop etwas verkaufen möchtest, brauchst du Bilder, damit sich Kunden wortwörtlich ein Bild machen können. Doch die Herkunft der Produktbilder sollte gut überlegt sein. Nur weil der Mitbewerb dasselbe Bild wie der Hersteller verwendet, ist das kein Freibrief, dass du das ebenfalls darfst. Nahezu jedes Foto im Internet ist lizenziert und besitzt entweder eine temporäre Nutzungserlaubnis oder es wurden Lizenzgebühren verlangt. Eine kostenlose Nutzung fremder Bilder ist kaum gestattet.
Kosten einer Abmahnung je Bild: ab 400 €
Grund #2: Du verwendest kopierte Produkttexte
Ebenfalls ein Klassiker. Ohne ansprechende und informative Produkttexte wird der Verkauf kaum gelingen. Je besser die Produkttexte, desto eher tauchst du in Suchmaschinen auf und desto eher kaufen Kunden - weil sie alle Informationen erhalten, die sie brauchen.
Doch: Finger weg von kopierten Produkttexten. Manche Shop-Betreiber haben den Wert guter Produkttexte erkannt und zahlen gutes Geld für die Erstellung. Zu Recht. Wer sich diese Texte zu eigen macht und ebenfalls davon profitieren will, zahlt am Ende nicht nur doppelt, sondern dreifach - kopierte Texte werden zudem von Suchmaschinen abgestraft. Auf Deutsch: Sie bringen dir nichts.
Kosten einer Abmahnung je Produkttext: ab 1.000 €
Grund #3: Die Grundpreisangabe fehlt oder ist falsch
Produkte, die man in Liter, Kilo oder Meter verkaufen kann (auch wenn es nur kleine Teile davon sind), müssen laut Grundpreis-Verordnung mit einem Grundpreis ausgestattet werden. Neben dem eigentlichen Preis muss klar ersichtlich sein, was das Produkt pro Liter, Meter oder Kilo kosten würde. Fehlt diese Angabe oder ist sie falsch (z. B. falsche Berechnung oder falscher Bezugspunkt), droht eine eigentlich sehr unnötige Abmahnung.
Kosten einer Abmahnung je Produkt: ab 400 €
Grund #4: Gesetzliche Angaben fehlen
Hier helfen wirklich keine Rechtstexte. Viele Gesetze bringen Auflagen mit sich, die unbedingt einzuhalten sind. Wer sie ignoriert, läuft täglich Gefahr, eine oder mehrere Abmahnungen zu erhalten. Beispiele:
- Verpackungsgesetz: Registrierungspflicht für jedes Land, in das versendet wird. Als Dropshipper muss dies dein Anbieter erledigt haben, sonst bist du selbst abmahnfähig.
- Batteriegesetz: Betrifft Produkte mit Batterien oder Batterien selbst.
- Elektrogesetz: Gilt für Elektronikgeräte wie Klimaanlagen, Computer, Fernseher, aber auch kleine Geräte wie Spielzeug oder Zahnbürsten - vor allem das Thema Entsorgung ist hier zu klären.
- Nährwertangaben, Inhaltsstoffe, Allergene: Müssen beim Verkauf von Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln oder Getränken klar und deutlich angegeben werden.
Jedes Produkt, das du online verkaufst und das nicht den Richtlinien entspricht, birgt ein hohes Abmahnrisiko. Wir empfehlen dringend, sich mit den jeweiligen Gesetzen vertraut zu machen - die IT-Recht Kanzlei München* ist dafür ein sehr guter Ansprechpartner.
Kosten einer Abmahnung je Verstoß: ab 500 €
Grund #5: Deine Datenschutzerklärung ist falsch
Datenschutzerklärungen sind schnell gemacht, denkt so mancher - vor allem kostenlose Datenschutz-Generatoren sind beliebt, weil sie keine Kosten verursachen. Doch das ist ein teurer Trugschluss. Das reine Anklicken und Erstellen von Datenschutztexten heißt noch lange nicht, dass diese auf deine Website oder deinen Shop zugeschnitten sind. Sind sie das nicht, sind sie ungültig.
Ein Beispiel: Kostenlose Generatoren behaupten gerne, dass ein Kontaktformular nur Name, E-Mail-Adresse und Text speichert. Erhebst du zusätzlich eine Telefonnummer oder andere personenbezogene Daten, stimmt die Aussage nicht mehr - und ist abmahnfähig.
Wir raten in jedem Fall dazu, die Finger von kostenlosen Datenschutz-Generatoren zu lassen. Hier geht es um Datenschutz, DSGVO und meist auch um Kundendaten. Die IT-Recht Kanzlei München* hat dafür eigene Rechtstexte sowie anwaltliche Beratung, damit es später nicht teuer wird.
Kosten einer Abmahnung: ab 500 €
Grund #6: Du schickst deinen Kunden ungefragte E-Mails
Hast du auch schon den Tipp bekommen, Warenkorb-Abbrechern oder Kunden einfach ein paar E-Mails und Newsletter zu senden? Ein netter Hinweis, dass das Produkt noch im Warenkorb liegt? Oder eine Umfrage, warum gekauft oder nicht gekauft wurde? Klasse Tipp - kostet nur ganz schön viel Geld. Denn ohne Einwilligung, dass du dem Kunden zu diesem Thema (Marketing) E-Mails zusenden darfst, kann dir der Kunde eine Abmahnung aussprechen.
Kosten einer Abmahnung je Kunde: ab 200 €
Grund #7: Du wirbst mit Selbstverständlichkeiten
Du möchtest groß mit einem 14-Tage-Rückgaberecht werben? Der Versand erfolgt bei dir "versichert"? Wer mit Selbstverständlichkeiten wirbt, begibt sich auf dünnes Eis. Das sehen nicht nur Mitbewerber ungern, sondern auch Verbraucherzentralen. Alles, was im E-Commerce ohnehin selbstverständlich gilt, darf nicht als besonderes Werbeargument verwendet werden.
Kosten einer Abmahnung je Verstoß: ab 500 €
Fazit
Wie du siehst, helfen dir die besten Rechtstexte nichts, wenn du dich nicht an die Spielregeln hältst, die jedes Gesetz und jede Verordnung mit sich bringt. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass kostenlose Datenschutz-Generatoren das Thema Datenschutz und DSGVO ausreichend abfangen - das Gegenteil ist eher der Fall. Zudem darf dein Shop keine Kopie deines Mitbewerbers sein, weder bei Bildern noch bei Produktbeschreibungen.
| Grund | Kosten ab |
|---|---|
| Unlizenzierte Bilder | 400 € / Bild |
| Kopierte Produkttexte | 1.000 € / Produkt |
| Fehlerhafte Grundpreisangabe | 400 € / Produkt |
| Fehlende gesetzliche Angaben | 500 € / Verstoß |
| Mangelhafte Datenschutzerklärung | 500 € |
| Unerlaubte E-Mails | 200 € / Kunde |
| Werbung mit Selbstverständlichkeiten | 500 € / Verstoß |
In Summe macht das schnell 3.500 € oder mehr - je Produkt bzw. Vorgehensweise. Und das, obwohl praktisch jeder dieser Punkte mit etwas Sorgfalt vermeidbar gewesen wäre.
Wir stehen dir mit Rat und Tat zur Seite und arbeiten gemeinsam mit dir an deinem E-Commerce-Erfolg. Unser Partner, die IT-Recht Kanzlei München*, liefert die passenden Rechtstexte und steht mit hoher anwaltlicher Kompetenz bei Fragen zur Verfügung. Und wenn du technisch sichergehen willst, dass dein Shop diese Vorgaben auch wirklich korrekt umsetzt - sprich mit uns.
Häufige Fragen zu Rechtstexten und Abmahnungen
Zahlt meine Rechtsschutzversicherung eine Abmahnung im Online-Shop?
In der Regel nicht, wenn die Abmahnung berechtigt ist - also ein tatsächlicher Rechtsverstoß vorliegt. Manche Policen schließen Wettbewerbsrecht zudem explizit aus. Prüfe deine Police im Detail, statt dich darauf zu verlassen.
Können mich auch Privatpersonen oder Kunden abmahnen, nicht nur Behörden?
Ja. Abmahnen dürfen unter anderem direkte Mitbewerber, Wettbewerbsverbände, Verbraucherschutzorganisationen und in vielen Fällen auch einzelne Kunden - Behörden sind bei dieser Art von zivilrechtlichen Abmahnungen oft gar nicht beteiligt.
Reicht ein kostenloser Datenschutzgenerator für meinen Online-Shop aus?
Nein. Kostenlose Generatoren erstellen generische Texte, die selten exakt auf die tatsächlich erhobenen Daten und Funktionen eines Shops zugeschnitten sind. Schon kleine Abweichungen machen die Erklärung abmahnfähig.
Darf ich Produktbilder verwenden, die auch mein Mitbewerb nutzt?
Nicht automatisch. Nur weil ein Mitbewerber dasselbe Herstellerbild verwendet, bedeutet das nicht, dass du dafür eine gültige Lizenz besitzt. Bildlizenzen müssen individuell geprüft werden.
Aus der Praxis geschrieben
Genau solche Punkte finden wir in unseren Shop-Checks - systematisch, mit schriftlichem Bericht und Priorisierung nach Umsatzhebel. Fixpreis 690 €, Zahlung erst nach Lieferung des Berichts.
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