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Umsatz und Gewinn - Was bedeutet das wirklich? (So einfach erklärt, dass es jeder versteht)

03.02.2025 · 8 Min Lesezeit · von Irena & Ronny Kühn

Wenn man sich selbstständig macht, wird man schnell mit Wörtern wie Umsatz und Gewinn konfrontiert. Beides hat mit den Einnahmen eines Unternehmens zu tun, ist aber nicht dasselbe. Und dieser Unterschied ist keine Kleinigkeit - er entscheidet darüber, ob ein Geschäft am Ende wirklich Geld einbringt, oder ob am Jahresende nichts übrig bleibt. Bist du bereit, den Unterschied ein für alle Mal zu verstehen?

Umsatz und Gewinn - einfach erklärt

Grundsätzlich redet man beim Umsatz immer von den Einnahmen eines Unternehmens. Beim Gewinn redet man von dem, was übrig bleibt, wenn man alle Ausgaben bezahlt und berücksichtigt hat. Das klingt für manche bereits verständlich, für andere nicht. Einfache und wirklich hilfreiche Erklärungen sucht man deshalb meist vergebens. Bis jetzt.

Umsatz und Gewinn - ein Beispiel, das jeder versteht

Für Kinder und Jugendliche werden komplizierte Dinge hin und wieder sehr einfach dargestellt. Leider nicht immer, und für Erwachsene schon gar nicht. Warum eigentlich? Das weiß niemand so genau. Bei SHOMUGO brechen wir gerne Regeln. Deshalb hier eine ganz simple Erklärung mit Beispiel:

Stell dir vor, du backst zu Hause Kekse und verkaufst sie an Freunde oder auch fremde Personen. Der Umsatz ist das Geld, das du durch den Verkauf einnimmst. Verkaufst du 10 Kekse für je 1 Euro, ist dein Umsatz 10 Euro.

Doch Kekse backen kostet auch Geld: Mehl, Strom, deine Arbeitszeit. Dein Gewinn hängt davon ab, wie viel Geld du für Zutaten und Materialien ausgegeben hast. Hast du 5 Euro dafür ausgegeben, beträgt dein Gewinn 5 Euro (10 Euro Umsatz − 5 Euro Kosten = 5 Euro Gewinn).

Je größer das Unternehmen, desto größer der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn. Aber das Grundprinzip bleibt immer dasselbe: Umsatz ist das, was reinkommt. Gewinn ist das, was übrig bleibt, wenn alles bezahlt ist.

„Shop mit 500.000 € Umsatz zu verkaufen!" - die Falle, in die fast jeder tappt

Und jetzt zu dem Punkt, der uns bei SHOMUGO fast täglich begegnet: Online-Shops werden zum Verkauf angeboten - auf Marktplätzen, in Facebook-Gruppen, über Vermittler. Und fast immer steht in großen, fetten Buchstaben eine einzige Zahl im Vordergrund: der Umsatz.

„Etablierter Online-Shop, 500.000 € Jahresumsatz, jetzt zu verkaufen!"

Klingt beeindruckend, oder? Genau das soll es auch. Nur: Diese Zahl sagt dir fast nichts darüber, ob dieser Shop ein gutes Geschäft ist. Erinnere dich an unsere Kekse: Auch mit 500.000 € Umsatz kann am Ende ein Verlust stehen - wenn die Kosten für Wareneinkauf, Werbung, Personal, Retouren und Plattformgebühren genauso hoch oder höher sind.

✕ Was im Inserat steht

"500.000 € Jahresumsatz" - klingt nach einer goldenen Gelegenheit. Käufer stellen sich vor, wie sie diese Summe (oder mehr) selbst einnehmen werden.

✓ Was tatsächlich zählt

Von 500.000 € Umsatz bleiben nach Wareneinkauf (300.000 €), Werbekosten (150.000 €), Plattformgebühren (30.000 €) und Retouren (18.000 €) vielleicht gerade einmal 2.000 € Gewinn übrig. Würdest du dafür noch denselben Preis zahlen?

Genau das ist der Grund, warum wir so oft auf Erstaunen stoßen, wenn wir mit angehenden Käuferinnen und Käufern sprechen: Sie sind vom Umsatz geblendet - und haben nie danach gefragt, wie viel davon tatsächlich als Gewinn übrig bleibt. Ein Shop mit 80.000 € Umsatz und 25.000 € Gewinn ist wirtschaftlich oft weitaus wertvoller als ein Shop mit 500.000 € Umsatz und 2.000 € Gewinn - auch wenn sich Ersteres auf dem Papier viel kleiner und unspektakulärer anhört.

Worauf du wirklich achten solltest, wenn du einen Shop kaufen willst

Bevor du auch nur einen Euro für einen bestehenden Online-Shop bezahlst, solltest du dir diese Fragen beantworten lassen - schriftlich, nicht nur mündlich zugesagt:

  • Wie hoch ist der Gewinn - nicht der Umsatz - der letzten 12 bis 24 Monate? Lass dir Steuerunterlagen oder eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) zeigen, keine Excel-Tabelle aus dem Bauchgefühl.
  • Wie setzt sich der Umsatz zusammen? Wenige Großkunden oder viele Einzelkäufe? Ein einziger wegfallender Großkunde kann den Umsatz halbieren.
  • Wie viel wird für Werbung ausgegeben, um diesen Umsatz zu erzielen? Ein Shop, der nur durch massive, dauerhafte Werbeausgaben läuft, ist fragiler als einer mit organischem Traffic.
  • Warum wird der Shop überhaupt verkauft? "Keine Zeit mehr" ist eine beliebte, aber selten die ganze Wahrheit. Frag nach - und sei skeptisch bei ausweichenden Antworten.
  • Welche laufenden Kosten übernimmst du mit? Hosting, Plugin-Lizenzen, Lagerverträge, Mitarbeiterverpflichtungen - all das schmälert den tatsächlichen Gewinn, den du danach behältst.

Und der wichtigste Grundsatz, den du dir merken solltest: Halte jede dieser Zusagen schriftlich fest - Gewinnzahlen, Kostenaufstellungen, Kundenlisten. Mündliche Versprechen sind im Ernstfall wertlos, wenn sich nach dem Kauf herausstellt, dass die Realität anders aussieht als das Verkaufsgespräch.

Hoher Umsatz = super Unternehmen?

Oft liest man in Zeitungen oder auf LinkedIn, dass ein Unternehmen XY-Umsatz erwirtschaftet hat. Je größer diese Zahl, desto mehr applaudieren Leute und sind stolz auf diesen Erfolg. Doch warum ist das womöglich eine falsche Reaktion?

Tatsächlich kann ein hohes Umsatzvolumen sogar ein Problem sein, wenn es nicht mit entsprechendem Gewinn einhergeht. Ein hoher Umsatz bedeutet nur, dass viel verkauft und viel Geld eingenommen wurde. Er sagt nichts darüber aus, ob das Unternehmen tatsächlich profitabel ist.

Ein Unternehmen kann einen hohen Umsatz erzielen - wenn die Kosten für Herstellung oder Verkauf aber genauso hoch oder höher sind, ist es nicht profitabel und macht Verluste. In diesem Fall ist der hohe Umsatz kein Erfolgsindikator, sondern eher ein Hinweis auf mögliche Probleme.

Merke dir also: Wenn jemand mit seinem Umsatz angibt oder prahlt - beim Verkaufsgespräch für einen Shop genauso wie im echten Leben - werde skeptisch. Frag nach dem Gewinn. Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt.

Ist ein hoher Umsatz überhaupt wichtig?

Ein hoher Umsatz kann wichtig sein - das ist bereits die ganze Antwort. Er ist aber nicht der alleinige Erfolgsfaktor eines Unternehmens. Daneben gibt es weitere, oft wichtigere Indikatoren: Rentabilität, Wachstumsrate, Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit, Markenbekanntheit und Marktpositionierung.

Ein hoher Umsatz kann bedeuten, dass es eine hohe Nachfrage nach den Produkten gibt - beachte dabei bitte das Wort "kann". Er kann auch ein positives Signal für Wachstumspotenzial sein. Du solltest dem Umsatz in diesem Zusammenhang trotzdem nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Wichtiger sind Rentabilität sowie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit.

Was ist ein Mindestumsatz?

Ein Mindestumsatz ist ein bestimmter Betrag, den ein Unternehmen oder Verkäufer pro Monat, Quartal oder Jahr erzielen muss, um bestimmte Geschäftsbedingungen oder Verträge einzuhalten. Er kann etwa in Verträgen zwischen Lieferanten und Händlern festgelegt werden, um sicherzustellen, dass bestimmte Rabatte oder Konditionen erhalten bleiben - oder in Franchise-Verträgen, um eine bestimmte Verkaufsmenge und Markenförderung sicherzustellen.

Aber auch hier gilt: Der Mindestumsatz ist kein Indikator für Erfolg und keine Garantie für Gewinn.

Fazit: Umsatz und Gewinn

Umsatz und Gewinn sind zwei wichtige Kennzahlen, die die finanzielle Leistung eines Unternehmens messen. Der Umsatz gibt an, wie viel Geld durch Verkäufe eingenommen wurde. Der Gewinn gibt an, was nach Abzug aller Kosten übrig bleibt.

Ein hoher Umsatz allein ist kein Zeichen für Erfolg oder Rentabilität - das Unternehmen kann trotzdem hohe Kosten haben. Es ist wichtig, den Gewinn zu berücksichtigen, um zu beurteilen, wie rentabel ein Unternehmen tatsächlich ist. Und ganz besonders wichtig: Wenn du selbst einen Shop kaufen willst, lass dich nie von der großen Umsatzzahl im Inserat blenden. Frag nach dem Gewinn. Frag nach den Kosten. Und lass dir alles schriftlich geben.

Zudem ist es illegal und unethisch, falsche Angaben über Umsatz und Gewinn zu machen, da dies die Finanzlage eines Unternehmens falsch darstellt und potenzielle Käufer oder Investoren täuscht.

Häufige Fragen zu Umsatz und Gewinn

Was ist der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn?
Der Umsatz ist das gesamte Geld, das durch Verkäufe eingenommen wird. Der Gewinn ist das, was übrig bleibt, nachdem alle Kosten (Waren, Werbung, Personal, Miete, Gebühren) davon abgezogen wurden.

Warum wird beim Verkauf von Online-Shops meist der Umsatz statt des Gewinns beworben?
Der Umsatz ist meist die größere, beeindruckendere Zahl und lässt sich einfacher darstellen als eine vollständige Kostenaufstellung. Seriöse Angebote sollten trotzdem immer auch den Gewinn transparent ausweisen.

Was sollte ich vor dem Kauf eines Online-Shops unbedingt prüfen?
Den tatsächlichen Gewinn der letzten 12–24 Monate anhand von Steuerunterlagen oder BWA, die Zusammensetzung des Umsatzes, die Werbekosten zur Erzielung dieses Umsatzes, den Verkaufsgrund und alle laufenden Kosten, die mit übernommen werden.

Ist ein Unternehmen mit niedrigerem Umsatz aber höherem Gewinn besser als eines mit hohem Umsatz und niedrigem Gewinn?
Wirtschaftlich betrachtet oft ja. Ein Unternehmen mit 80.000 € Umsatz und 25.000 € Gewinn kann deutlich wertvoller sein als eines mit 500.000 € Umsatz und nur 2.000 € Gewinn.

Aus der Praxis geschrieben

Genau solche Punkte finden wir in unseren Shop-Checks - systematisch, mit schriftlichem Bericht und Priorisierung nach Umsatzhebel. Fixpreis 690 €, Zahlung erst nach Lieferung des Berichts.

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