Kaufhebel · Preis
Ein durchgestrichener Preis macht denselben Betrag spürbar günstiger. Genau deshalb ist er streng geregelt: Seit 2022 zählt der niedrigste Preis der letzten 30 Tage. Hier siehst du, wie der Anker wirkt, wann ein Streichpreis erlaubt ist – und wie du ohne Risiko ankerst.
Live-Demo 1
Die Kaffeemühle kostet in allen drei Varianten 89 €. Schalte um und achte darauf, wie sich dein Eindruck verändert – ohne dass sich am Preis etwas ändert.
Die Skala zeigt die typische Richtung der Wirkung, keine Messung. Wie stark der Anker wirkt, hängt von Produkt, Zielgruppe und Preisbewusstsein ab – das misst man am besten im eigenen Shop.
Live-Demo 2
Vier typische Situationen aus Shops. Die Balken zeigen den Preis der letzten 30 Tage, ganz rechts die geplante Aktion. Verschieb den Aktionspreis und sieh, was du anzeigen darfst.
Vereinfachte Darstellung für Verkäufe an Verbraucher in Deutschland und Österreich. Sonderfälle wie schnell verderbliche Waren oder individuelle Rabatte sind nicht abgebildet.
Unsicher, ob deine Streichpreise, Feeds und Newsletter diese Regel einhalten? Wir sehen es uns gemeinsam an.Kostenloser 30-Minuten-Call · unverbindlich · per Video oder Telefon
30 Min. sprechen: Streichpreise prüfenDie Psychologie dahinter
Kaum jemand weiß, was eine Kaffeemühle „kosten sollte“. Also sucht das Gehirn einen Vergleichspunkt – und nimmt den ersten, der sich anbietet. Dieser Anker verschiebt die Einschätzung aller folgenden Zahlen, selbst wenn man weiß, dass er willkürlich ist.
Im Shop gibt es drei typische Anker: ein früherer Preis (der Streichpreis), ein anderes Produkt (das teurere Modell daneben) und eine Alternative („Beim Fachhändler zahlst du für die Einstellung 40 €“). Nur der erste ist gesetzlich eng geregelt – die anderen beiden verlangen lediglich, dass die Vergleichswerte stimmen.
Ohne Abmahnrisiko
In Kategorie und Vergleichstabelle das Premium-Produkt vorne zeigen. Wer 249 € gesehen hat, empfindet 89 € als vernünftig – und ein Teil nimmt das Premium-Modell.
Ein Set neben die Summe der Einzelteile stellen – vorausgesetzt, die Teile sind tatsächlich einzeln zu diesen Preisen im Shop erhältlich.
Den Preis neben das stellen, was der Kunde sonst ausgibt – mit einer nachvollziehbaren, belegbaren Zahl.
Ehrlich abgewogen
Rechts-Ampel
Erlaubt – aber mit einer Regel, die viele Shops technisch gar nicht erfüllen können.
Stand 10/2026. Das ist eine Einordnung aus der Praxis, keine Rechtsberatung. Für verbindliche Prüfungen arbeiten wir mit der IT-Recht Kanzlei zusammen.
Umsetzung
Beide Systeme zeigen einen Streichpreis von Haus aus an – aber sie wissen nicht, welcher Preis in den letzten 30 Tagen der niedrigste war. Genau das ist die Lücke.
| Plattform | So wird es gebaut | Aufwand | Worauf wir achten |
|---|---|---|---|
| WooCommerce | Das Feld „Angebotspreis“ zeigt automatisch den regulären Preis durchgestrichen. Wir ergänzen eine Preishistorie je Produkt und Variante und passen die Anzeige so an, dass der 30-Tage-Tiefstpreis erscheint. | 1–3 Tage | Die Historie beginnt erst mit dem Einbau – vorher gibt es keine Daten. Bei Plugins prüfen, ob sie Varianten einzeln erfassen und ob Aktionen per Zeitplan sauber enden. |
| Shopify | Der „Vergleichspreis“ wird vom Theme durchgestrichen angezeigt. Eine Preishistorie liefert Shopify nicht mit – dafür braucht es eine App oder eine eigene Aufzeichnung, dazu eine Anpassung im Theme. | 1–3 Tage | Vergleichspreise bleiben nach der Aktion gern stehen. Märkte mit eigenen Preisen brauchen eigene Tiefstpreise. |
| Feed & Newsletter | Aktionspreis und Bezugspreis im Produktfeed und in Newsletter-Vorlagen aus derselben Quelle wie im Shop. | 0,5–1 Tag | Newsletter werden oft Tage vorher gebaut – der Bezugspreis muss zum Versandzeitpunkt stimmen. |
Aus Shop-Checks
Die Aktion ist seit Monaten vorbei, der Streichpreis steht noch da. Aus „reduziert“ ist längst der Normalpreis geworden.
Streichpreis richtig angegeben, aber das Badge rechnet „−40 %“ vom alten Normalpreis. Auch die Prozentzahl muss vom 30-Tage-Tiefstpreis ausgehen.
Die blaue Variante war letzte Woche im Angebot, die Anzeige nimmt den Preis der roten. Jede Variante braucht ihren eigenen Tiefstpreis.
„Statt 79 €“ ohne Hinweis, dass es die Herstellerempfehlung ist – der Kunde liest eine eigene Preissenkung.
Im Shop ist alles sauber, aber Google Shopping bekommt weiter den alten Vergleichspreis übermittelt.
Wir prüfen Streichpreise, Varianten und Feed gemeinsam – im kostenlosen 30-Minuten-Call.
Häufige Fragen
Menschen bewerten einen Preis nicht für sich, sondern im Vergleich zum ersten Wert, den sie sehen. Steht neben 89 Euro ein durchgestrichener Preis von 149 Euro, wirkt dasselbe Produkt günstiger als ohne Vergleich. Der erste Wert ist der Anker - er muss nicht einmal ein Preis sein, auch ein teureres Nachbarprodukt oder die Kosten einer Alternative wirken so.
Bei einer Preisermäßigung gegenüber Verbrauchern den niedrigsten Preis, den du in den letzten 30 Tagen vor der Ermäßigung für dieses Produkt verlangt hast. In Deutschland regelt das Paragraf 11 der Preisangabenverordnung, in Österreich Paragraf 9a des Preisauszeichnungsgesetzes. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2024 muss auch die angegebene Prozentzahl von diesem Preis aus gerechnet sein.
Ein Vergleich mit der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers ist keine eigene Preisermäßigung und fällt deshalb nicht unter die 30-Tage-Regel. Die UVP muss aber als solche gekennzeichnet sein, tatsächlich existieren und aktuell sein. Wer eine UVP wie einen eigenen früheren Preis darstellt, wirbt irreführend.
Nein. Ein Streichpreis signalisiert eine zeitlich begrenzte Ermäßigung. Bleibt er dauerhaft stehen, ist der reduzierte Preis in Wahrheit der normale Preis - und der Vergleich wird irreführend. In WooCommerce und Shopify passiert das leicht, weil Angebots- bzw. Vergleichspreis ohne Enddatum einfach im Produkt stehen bleiben.
Ja. Die Regel knüpft an jede Bekanntgabe einer Preisermäßigung gegenüber Verbrauchern an - im Shop, im Newsletter, in Anzeigen und in Produktfeeds. Wer im Feed einen Aktionspreis übermittelt, braucht auch dort den richtigen Bezugspreis.
Zum Beispiel, indem ein hochwertigeres Produkt zuerst oder daneben gezeigt wird, indem ein Set dem Preis der tatsächlich angebotenen Einzelteile gegenübergestellt wird, oder indem der Preis mit den Kosten einer Alternative verglichen wird. Alle drei wirken als Anker, ohne dass eine Preisermäßigung behauptet wird. Die Vergleichswerte müssen trotzdem stimmen.
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Wirksam ankern, ohne Abmahnung
In 30 Minuten schauen wir auf deine Preisdarstellung, deine Aktionen und deinen Feed. Du weißt danach, wo ein Risiko liegt, wie eine Preishistorie in deinem Shop aussehen würde und welcher Anker ohne Rabatt für dein Sortiment funktioniert.
Du sprichst direkt mit Irena oder Ronny Kühn – nicht mit einem Vertriebsteam.